Neben der Vielfalt an erstklassigen Künstlern gaben sich auch Sonne und der leider teils sinnflutartige Regen das Mikro in die Hand. Aber Literaten, Musiker und Kleinkünstler lockten das Publikum immer wieder vor die Bühne.
So erlebte die Viktoriastraße zur Eröffnung am Donnerstag ein Wortfeuerwerk. Poetry-Slammer Andreas Bedorf schoss mit Silben und Sätzen nur so um sich. Mit seinem subtilen Humor begeisterte er das Publikum von der ersten Minute an. Täuschungs- und Zauberkünstler JuRim hatte vergessen, seinen Anti-Sturmzauber einzusetzen, so dass es bei seinem Auftritt windete und reichlich Nass von oben kam. Aber JuRim und das Publikum ließen sich nicht vertreiben und feierten eine zauberhafte Party. Unter dem Motto „Dance Dance Dance!” ging es zum Abschluss des ersten Abends hoch her. Pulsierende Rhythmen, ausgefeilte Choreographien, exotische Kostüme …
Auch am Freitag zeigte sich Petrus von seiner weniger netten Seite, so dass nur zwei Auftritte stattfinden konnten. Als Vadder & Sonne präsentierten Willi Thomcyzk und sein 13jähriger Sohn Tim deutsch- und englischsprachige Klassiker. Mit Peter Habermehl holte man sich eine Herner Gitarrenlegende als Verstärkung. Als auf den anderen Bühnen bereits Ruhe eingekehrt war, hatte die Wortschatzbühne noch ein As im Ärmel. Honigdieb, die Band um Kultmusiker Sir Hannes, spielten ein Akustikset für die restlos gefüllte Viktoriastraße. Versöhnlicher Abschluss des Abends und ein Höhepunkt des Wochenendes.
Mit Dirk „Olly” Oltersdorf, Juckel Henke, Oliver Uschmann und Christian Hirdes präsentierten sich Samstag die „Fab Four“ der deutschsprachigen, humoristischen Literatur: Lacher nonstop mit einer ordentlichen Prise literarischen Wahnsinns. Bei grandiosem Wetter waren die Sitzgelegenheiten rund um die Wortschatzbühne heißbegehrt. Gefeierte Auftritte, die Publikum und Künstlern in Erinnerung bleiben werden. Zum sonntäglichen Abschluss zeigte sich die Wortschatzbühne noch einmal abwechslungsreich. Stefan Alkier als Jazzgitarrenvirtuose und Helmut Sanftenschneider mit seinen grandiosen Entertainerqualitäten brachten das Publikum auf Betriebstemperatur. Edda Minck unterhielt mit Texten aus der „totgepflegt, abgemurkst & umgenietet“- Trilogie. The Cowboy Boys verbreiteten Western-Feeling, bevor Stephan Ullrich sich auf überraschende Weise mit Max Goldts „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“ auseinandersetzte.
Björn Büttner vom Veranstalter Cooltour zeigte sich begeistert vom diesjährigen Programm und versprach, die Wortschatzbühne 2010 noch prominenter bei Bochum Total zu präsentieren.
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