trailer: Herr Blenkers, was kann der Verbraucher machen, damit die Atomkraftwerke hierzulande nicht mehr so lange laufen?
Peter Blenkers: Naheliegend ist zunächst der Wechsel des Stromversorgers. Es gibt da eine Menge seriöser Angebote. Ich empfehle den Tarifrechner auf unserer Homepage. Sie müssen nur Ihre Postleitzahl und Ihren Jahresverbrauch eingeben und schon erhalten Sie ein Ranking der Ökostrom-Anbieter.
Gibt es auch schwarze Schafe unter den grünen Stromanbietern?
Ökostrom ist kein geschützter Begriff. Da kursieren unterschiedliche Vorstellungen und Anforderungen.
Welche Tricks benutzen die Anbieter, um ihren Strom grün zu tünchen?
Manche Anbieter reden von Klimastrom und Umweltstrom. Es gibt in Europa so viel Wasserkraft, so dass man alle Haushalte der Bundesrepublik ausschließlich damit versorgen könnte. Es nutzt der Umwelt aber nichts, wenn man auf dem Papier einem einzelnen Haushalt Strom aus Wasserkraft – vielleicht sogar noch mit einem Aufpreis versehen – anbietet, dafür die anderen Kunden mit prozentual mehr Atomstrom versorgt. Der Strom muss nicht nur aus regenerativer Energie erzeugt werden, die zu einem gehörigen Anteil aus neuen Anlagen stammt, diese Gewinnung muss unterm Strich auch umweltgerecht geschehen. Die umweltfreundlichste Art, Atomstrom zu reduzieren, ist jedoch das Stromsparen.
Wie geht das?
Auf unserer Homepage kann man kostenlos die Broschüre „99 Wege, um Strom zu sparen“, herunterladen. Mit kleinen Veränderungen der Gewohnheiten und kleinen Investitionen können Privathaushalte ihren Verbrauch um bis zu 25 Prozent reduzieren.

Auf Atomstrom könnte also durch Einsparungen verzichtet werden?
Auf Atomstrom kann sowieso verzichtet werden. Wir haben jetzt problemlos sieben AKW’s abschalten können. Deutschland exportiert Strom. Wir erweitern ständig die erneuerbaren Energien. Es gibt zudem reichlich stillstehende Reaktorkapazitäten. Binnen weniger Jahre können wir komplett aus der Atomenergie aussteigen.
Was kann der Konsument sonst noch tun?
Hausbesitzer können auf ihr Dach eine Fotovoltaik-Anlage montieren lassen. Man kann sein Geld in Gemeinschaftsanlagen investieren. Da gibt es interessante Bürgerbeteiligungsmodelle. Und man kann sein Geld in Windenergieparks investieren.
Solaranlagen mit Bürgerbeteiligung:
www.solarplus-dortmund.de
www.sl-windenergie.de (Gladbeck)
www.innovationcityruhr.de (Bottrop)
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Vom Ölbaron zum Ökohelden
Die Solarbranche wirbt sogar mit dem Dallas-Schurken - Thema 05/11
Aus Schwarz wird Grün?
Bergehalden könnten bald mit Windrädern und Energiespeichern ausgestattet werden - Thema 05/11
„Die großen Vier brauchen noch Lernhilfen“
Thomas Eiskirch über die Energieversorgung der Zukunft in NRW - Thema 05/11
Energiewende: Bitte umsteigen!
Der Schlüssel für eine ökologische Energiewende ist die Stärkung regionaler Strukturen - THEMA 05/11
Fehlbilanz
Intro – Mündig
Überwachen und Strafen
Teil 1: Leitartikel – Eine gesenkte Strafmündigkeit würde nicht zu mehr Sicherheit führen, sondern zu mehr Kindern und Jugendlichen im Knast.
„Kinder, die Probleme machen, haben in der Regel auch Probleme“
Teil 1: Interview – Kriminologin Nadine Bals über Jugendstrafrecht und Strafmündigkeit
Helfen statt strafen
Teil 1: Lokale Initiativen – Die Evangelische Jugendhilfe Bochum
Die unmögliche Schule
Teil 2: Leitartikel – Lernen und Lehren zwischen Takt und Freiheit
„Wirklich Interesse zeigen“
Teil 2: Interview – Pädagogin Inke Hummel über die Beziehung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen
Freude am Lernen lernen
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Verein In Via Köln und die Motivia-Werkstattschule
Jedem sein Kreuz
Teil 3: Leitartikel – Über Mündigkeit an der Wahlurne
„Wir empfehlen, das Wahlalter zu senken“
Teil 3: Interview – Demokratieexperte Jonathan Hoffmann über die Wahlbeteiligung von Jugendlichen
Was junge Menschen bewegt
Teil 3: Lokale Initiativen – Filmreihen von Jugendlichen im Medienprojekt Wuppertal
Machtinteresse
In Österreich wählen bereits 16-Jährige – Europa-Vorbild: Österreich
Die Reifeprüfung
Erst zornig, dann stur. Das Leben des Homo politicus – Glosse
Erschütternd normal
Intro – Gegenwehr
„Es wird versucht, das Strafrecht als politisches Mittel zu nutzen“
Teil 1: Interview – Juristin Susanne Beck über Gewalt gegen Frauen
Die Gefahr im eigenen Zuhause
Teil 1: Leitartikel – Gewalt gegen Frauen nimmt zu und betrifft die ganze Gesellschaft
Eine bessere Zukunft
Teil 1: Lokale Initiativen – Die Frauenberatungsstelle Duisburg
Glaube und Geld
Teil 2: Leitartikel – Gegen den milliardenschweren Kulturkampf der rechten Christen hilft kein Beten
„Man darf auswählen, wem man sich unterwerfen will“
Teil 2: Interview – Religionssoziologe Gert Pickel über christliche Influencer
Rauf mit der Hemmschwelle
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Köln
Lebensrealität anerkennen
Teil 3: Leitartikel – Schwangerschaftsabbrüche zwischen Strafrecht und Selbstbestimmung
„Es geht um Kontrolle über Menschen, die schwanger werden können“
Teil 3: Interview – Medizinerin Alicia Baier zum Streit über Schwangerschaftsabbrüche