Pina Bausch, das ist unbestritten, hat den Tanz revolutioniert. Den immer gleichen hehren Gesten des klassischen Balletts setzte sie Bewegungen entgegen, die aus dem Innersten der Tänzer kamen. Es waren Bewegungen, die von Alltagsgesten bis hin zum kunstvollen Ausdruck innerlicher Befindlichkeiten reichten.
Die Atmosphäre wirkt so stimmig, dass man es glatt glauben möchte: Ja, so muss es wohl gewesen sein im Wien Maria Theresias, also etwa Mitte des 18. Jahrhunderts. – Doch Pustekuchen. Niemand schwelgte zu jener Zeit in Wiener Walzerseligkeit. Und auf den „alten Brauch“, der Auserwählten zur Brautwerbung eine silberne Rose überreichen zu lassen, ist auch noch kein Historiker gestoßen.
So, heute mal „klare Kante“ (Peer Steinbrück, Ex-Kanzlerkandidat). „Mit Schmackes! Punk im Ruhrgebiet“ ist mit Abstand eines der hässlichsten Bücher, die in den letzten Jahren eine Druckerei verlassen durften. Das Papier ist mit glitschigem Hochglanz überzogen, die Schrift unlesbar groß, und durch das ganze Buch ziehen sich violett unterlegte Absatzüberschriften, die an ein Schulbuch aus den mittleren 1990ern erinnern.
Seit fast 50 Jahren steht Katja Epstein ihre Frau im Showbusiness, vertrat Deutschland dreimal erfolgreich beim Grand Prix de la Chanson und begeistert nun mit „Sister Class“ nicht nur ihre Fangemeinde. „Sister Act“ als Ein-Frau-Musical sozusagen, denn auch Katja Epstein schlüpft in die Rolle einer Nonne. Nur dass sie nicht in einen Mordfall verwickelt ist, sondern als Schwester Marie Claire versucht, ihrem Kloster mit einem Marketing-Konzept auf die Sprünge zu helfen.
Die Landeshauptstadt schwelgte in Kunst. Nach den Sommerferien eröffneten etliche Museen und Galerien in Düsseldorf gleichzeitig. Publikumsmagnet dürfte die Überblicksausstellung von Alexander Calder in der Kunstsammlung NRW am Grabbeplatz sein. Der Amerikaner Calder (1898-1976) ist weltbekannt mit seinen „Mobiles“ und „Stabiles“, die auf öffentlichen Plätzen stehen oder als gestaffelte Farbformen an Drähten und Achsen über den Köpfen hängen.
Die freien Musiker in Deutschland haben auch noch andere Themen zu bieten als die Frage nach den finanziellen Einkünften. Neben den spektakulären Managergehältern sind ihre Bezüge natürlich noch viel spektakulärer – wie jetzt die Initiative des Kulturmanagers Johannes Schatz verdeutlicht.
Tschaikowsky gilt als russische Nationalikone, doch seine Homosexualität ist, wieder einmal, Tabuthema. Ken Russels Film „Genie und Wahnsinn“ aus dem Jahr 1970 machte den Zwiespalt und das Doppelleben, unter dem der Komponist im zaristischen Russland litt, in bombastischen Bildern breitenwirksam öffentlich. Seitdem Putin Homosexuelle mit einer aggressiven Ausgrenzungspolitik verfolgt, wird Tschaikowskys Neigung totgeschwiegen.
Mit der Qualität der Malereien hat es nichts zu tun: Manfred Kuttner (1937-2007) war im Kunstbetrieb über Jahrzehnte völlig vergessen; erst in den vergangenen Jahren wurde sein Werk sporadisch auf Ausstellungen gezeigt. Dass die Bilder von Manfred Kuttner ausgesprochen interessant und – auch zur Zeit ihrer Entstehung – originell sind, das zeigt jetzt die präzise eingerichtete Werkschau in der Langen Foundation.
Heilman und Palermo sind Verwandte im Geiste, auch wenn sie sich nie begegnet sind. Aber sie gehören in etwa der gleichen Generation an, haben zur gleichen Zeit in New York gelebt und beschäftigen sich mit ähnlichen Fragestellungen.
Lili Fischer ist ein Phänomen. Die 1947 geborene Hamburger Künstlerin ist seit bald vier Jahrzehnten eine Instanz in der deutschen Kunstszene: als munter umtriebige Performance-Künstlerin und als genaue Beobachterin heimischer Riten, unseres Haushaltes und unserer Lebensgewohnheiten.

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