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Screenshot: halloherne.de

Konkurrenz für die WAZ

25. Oktober 2018

Internetportale wie halloherne.de bieten eine Netzalternative zur klassischen Tageszeitung – Thema 11/18 Solidarisch Vernetzt

Ein Ort, eine Zeitung, eine Meinung – das Bild der lokalen Medienlandschaft im Ruhrgebiet ist geprägt von Monotonie. Die FUNKE Mediengruppe gibt mit ihren Titeln WAZ, NRZ, WR und WP bei tagesaktuellen Themen den Takt an; die Lokalradios zählen ebenso zum Konzern. Als kleines gallisches Dorf versteht sich hingegen halloherne.de, ein unabhängiges digitales Nachrichtenportal, das seit acht Jahren seinen Fokus auf tagesaktuelle lokale Berichterstattung in Herne setzt. Vom Oberbürgermeister über den Polizeipräsidenten bis hin zum Bundestagsabgeordneten – wenn die Redaktion von halloherne.de anfragt, reagieren sie alle.

Das lokale Nachrichtenportal berichtet täglich und versorgt die Stadt mit aktuellen Nachrichten in Text, Foto und Video. Diese sind für den Leser kostenfrei abrufbar und werden durch Werbung finanziert. Gegründet wurde die halloherne UG (haftungsbeschränkt), eine kleine Kapitalgesellschaft, Ende 2010 von Wolfgang Quickels, seiner Frau Carola und Günter Mydlak – alle samt gestandene Journalisten. Sie wollten lokaljournalistisch ein Wagnis eingehen, Medienvielfalt und andere Meinungen in Herne stärken. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), die ihre altgedienten Redakteure seinerzeit mit einer Abfindung lockte, wenn sie denn das Handtuch werfen, machte den gemeinsamen Schritt in die Selbstständigkeit erst möglich. Das Konzept von halloherne.de ist gleichwohl einfach, nahezu klassisch: Stadtnachrichten geben Einblick ins Herner Vereins- und Schulleben, berichten über Herner Unternehmen und vom alltäglichen ‚Dies und Das’ in den Stadtteilen. Zusätzlich informieren Polizeimeldungen, Gerichtsberichte, Nachrichten aus der Politik, Berichte aus Sport, Kultur und Gesundheit umfassend über das Stadtgeschehen. Termine geben einen Ausblick auf Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und andere Veranstaltungen in Herne und Umgebung. Alle Inhalte erscheinen online, sind ausschließlich digital verfügbar und nicht – wie die Lokalausgabe der Tageszeitung – gedruckt.

„Wir fangen einfach mal an“, lautete anfangs die Devise. Ein Pfarrer vermittelte Räume am Kuckucksweg 13 in Herne, die bis heute die Redaktion beherbergen. Reichlich Idealismus prägt seit Anbeginn die Unternehmung. Klassische Tugenden stehen seither im Vordergrund: Nachrichten generieren, sauber aufbereiten und sie dem Leser anbieten. Während halloherne.de im Jahr 2012 bereits rund 870.000 Seitenaufrufe pro Jahr registrierte, sprich 72.000 im Monat, erreicht das Nachrichtenportal heute gut 55.000 Nutzer im Monat, die insgesamt 3,8 Millionen Seitenaufrufe pro Jahr, sprich 316.000 monatlich tätigen. Mit über 13.000 ‚Gefällt mir’- Angaben bei Facebook ist halloherne.de ebenso in den sozialen Medien stark vertreten. Zum Vergleich: Die Stadt Herne hat etwa 156.000 Einwohner. Unterstützt wird die Arbeit der Redaktion von einem Förderverein mit dem Namen ‚Klick ma Kuckma’, über den etwa Aktionen mit Schulen und Schülern abgewickelt werden. Sie lernen unter Anleitung, was eine Nachricht ist und wie eine eigene Onlinezeitung aufgebaut wird.

In der Herner Stadtgesellschaft ist halloherne.de mittlerweile angekommen. Das digitale Nachrichtenportal für Herne, es ist ein Erfolgsmodell. Ohne den Einsatz seiner Gründer, der Redaktion und reichlich persönlichem Einsatz wäre diese Form des unabhängigen Journalismus in Häre gleichwohl nicht möglich gewesen. Dennoch zeigt halloherne. de auf, was möglich ist, wenn sich mehrere gute Journalisten zusammentun und – unabhängig von einem Großverlag – im digitalen Zeitalter ihre eigene Onlinezeitung ins Leben rufen.


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Pascal Hesse

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