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Cartoon: Holtschulte

Zölibat oder Ejakulat. Die Leiden des heiligen Johannes

19. September 2019

Die Leiden des heiligen Johannes

„Vater unser im Pimmel – Verzeihung:  im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Wir haben uns heute zum heiligen Abendmahl getroffen.“ Dazu wird eine Menge Wein in den Rachen geschüttet und der Leib Christi in Stücke gerissen, bevor er in den Mund gestopft wird – einen Mund, der sich vorher noch dem aufreizenden Anus eines jungen Knaben näherte. Und mein heiliger Johannes erkundete jenen. „Gott verzeih‘, aber diese Hostien schmecken so  pappig, weshalb wir uns nach kleinen Jünglingen als Bonbon verzehren. „Der Knabe muss jetzt vorne am Altar den Weihrauch verteilen. Wir brauchen viel Weihrauch, um uns nichts anmerken zu lassen. „Aber was können wir auch, Gott Allmächtiger, für das Gelübde? Dieser Keuschheitsgürtel zieht uns so herunter.“ Was ist eigentlich wichtiger? Ejakulat oder Zölibat? Vielleicht gehe ich später mal beichten.

Im heutigen Gottesdienst erblicke ich, auf der verzweifelten Suche nach Beute, mal wieder keine Frau. Nur acht stark bedeckte Nonnen – die, die schon mehrfach vergewaltigt wurden, trotz Kutte. Alles keine Jungfrauen mehr. Wie ärgerlich. Was mache ich jetzt? Wen oder was reiße ich auf?

„Heilige Jungfrau Maria, kannst du mir helfen in meiner Not? Das Christentum propagiert doch Nächstenliebe. Magst du vielleicht mit mir den Akt vollziehen? Zier dich doch nicht so.“

Indessen werde ich den Verdacht nicht los, dass Oberschwester Brunilla, die sich neben mir mit Elan auf die Kniebank schmeißt, hier bald den Laden rockt – als Päpstin Franziska. „Das hätte sie wohl gern. Diese anmaßenden Weiber sollen alle mal schön die Klappe halten, schließlich können sie froh sein, dass sie überhaupt schon mal rangenommen wurden.“ Ich glaube, ich habe laut gedacht.

Jetzt schlägt mir nämlich Schwester Brunilla mit ihrem Gotteslob gewaltig eins über. Auf wunderliche Weise schwebt nun auch noch die Jungfrau Maria von ihrem Gottesbild auf die Erde hernieder, während sie mit einem Kreuz auf mein allerheiligstes Organ einschlägt. Zum heiligen Dreifaltigen – das Blut spritzt gen Himmel. Aber nicht das von Jesus, sondern das von meinem heiligen Johannes. „Hilfe! Papst Benedikt und Papst Franziskus – so lasset meinen heiligen Johannes wieder auferstehen und verschleiert einfach alles! Amen!“

Rebecca Ramlow

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