Die Betreuung durch eine Tagesmutter gibt vermittelt den Kindern mehr Geborgenheit als eine Kindertagesstätte dies leisten kann.
trailer: Frau Doppmeier, Sie selbst haben Kinder?
Ursula Doppmeier: Ja, ich bin Mutter von vier Kindern. Als mein Mann1992 verstarb, stand ich mit den vier Kindern allein da. Ich bin dann in die Politik gegangen, weil ich merkte, wie alleinerziehende Mütter benachteiligt werden.
Was ist besser für 2- bis 3jährige Kinder? Die Mutter oder der Kindergarten?
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Für Kinder bis zum 3. Lebensjahr ist die familiäre Betreuung optimal. Familiär bedeutet für mich: die eigene Mutter, die Großmutter, die Tante, aber auch die Tagesmutter. Ich persönlich habe mit der Tagesmutter sehr gute Erfahrungen gemacht. Für Kinder ist das Gefühl der Geborgenheit sehr wichtig. Das dürfen wir ihnen nicht nehmen, wenn wir sie zu früh in Gruppen stecken.
Sollte das Geld eher für Betreuungsgeld ausgegeben werden oder für den Ausbau der Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren?
Eltern sollten die Wahlmöglichkeit haben. Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass Eltern, die bei ihren Kindern bleiben, mit 100 Euro abgespeist werden sollen. Zusätzliche Rentenpunkte für die betreuenden Eltern fände ich viel sinnvoller.
Die Tagesmutter ist für Sie geeigneter als eine Kindertagesstätte?
Sie vermittelt dem Kind mehr Geborgenheit. Kinder brauchen den sie umhüllenden Schutzraum, und der darf nicht zu groß sein. Die Bezugsperson sollte nicht wechseln.
Wollen Sie Frauen an den Herd fesseln?
Natürlich nicht. Frauen dürfen nicht vor der Entscheidung stehen, ob sie Kinder bekommen oder berufstätig sind. Die Politik muss Strukturen schaffen, damit Frauen Beruf und Familie miteinander verbinden können.
Ist das in Ihrer Partei Konsens?
Es gibt Parteifreunde, die sagen, das Kind gehört bis zum dritten Lebensjahr zur Mutter. Aber es gibt auch Parteifreunde, die dafür sind, dass das Kind ab dem zweiten Lebensjahr in die Kita gehen soll. Ich glaube, dass wir den Eltern die Wahl lassen müssen.
Wie werden Kinder aus sozial schwachen Familien gefördert?
Für Kinder aus bildungsfernen Schichten sieht das anders aus. Deren Eltern werden kein Erziehungsgeld bekommen, wenn Sie andere Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Hier ist es durchaus positiv, wenn diese ihr Kind in die Kita geben. Dort erhalten die Kinder dann die Bildungschancen, die sie zu Hause eventuell nicht bekommen.
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