Die Professorin Ursula (Corinna Harfouch) hat kürzlich ihre Mutter verloren und sorgt sich gleichzeitig um ihr klammes Institut. Mit einer von ihr entdeckten Moorleiche hofft sie auf Ruhm und Forschungsgelder für den Lehrstuhl. Ihre assistentische Aushilfe Mel (Carla Juri) hilft ihr beim Präparieren der Leiche und wird zugleich zur inneren Stimme, die Ursula zur Aussöhnung mit ihrer Vergangenheit verhilft. Denn neben der Trauer empfindet Ursula noch sehr viel Groll gegenüber der Verstorbenen. In dunklen Bildern erzählt Jutta Brückner in „Im Spiegel meiner Mutter“ eine spannende Tochter-Mutter-Geschichte, die den letzten Teil einer Trilogie bildet: Sie begann 1975 mit der Doku „Tue Recht und scheue Niemand“, 1980 folgte der Spielfilm „Hungerjahre“. Man muss diese zwei Filme jedoch nicht gesehen haben – es reicht, ein Boomer zu sein, um die Erwartungen, Enttäuschungen und Traumata zweier Generationen nachzuempfinden.
Horror boomt, und oft sind es ganz schlichte Ideen, die dem Spuk eine originelle Grundlage verschaffen. Kahle Räume beispielsweise („Backrooms“), oder wie hier in „Exit 8“: Ein gekachelter U-Bahn-Gang in Tokio. Durch den irrt ein junger Mann (Kazunari Ninomiya) unversehens in räumlicher Endlosschleife: Er geht um drei Ecken und steht wieder dort, von wo auser loslief. Doch der Wahnsinn hat Regeln: Bemerkt der unfreiwillige Kandidat Anomalien, muss er zurückgehen. Beim achten gelungenen Versuch kommt er raus. Versäumt er eine Anomalie, fängt er von vorn an. Regisseur Genki Kawamura adaptiert das gleichnamige Indie-Game von 2023, wechselt gewitzt Perspektiven, zitiert Escher und Kubrick und liefert dazu auch noch, leicht bemüht, den gesellschaftskritischen Überbau. Spannend und sympathisch.
Alle Neustarts der Woche unter: Neu im Kino.
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