
Tony, Shelly und das magische Licht
Ungarn, Tschechische Republik, Slowakei 2023, Laufzeit: 80 Min., FSK 6
Regie: Filip Pošiva
Darsteller: Michael Polák, Antonie Baresová, Ivana Uhlirová
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Fantasievoll-märchenhafter Animationsfilm
Zwei Außenseiter
„Tony, Shelly und das magische Licht“ von Filip Pošivač
In den 1970er und 1980er Jahren waren Filme und Serien aus der Tschechoslowakei sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik eine feste Größe im Kinder- und Jugendprogramm. Viele der zumeist äußerst fantasievollen Geschichten trafen damals den Nerv der Zeit und haben in ihrer originellen Machart größtenteils die Jahrzehnte überdauert. Man denke nur an Serien wie „Pan Tau“, „Die Märchenbraut“ oder „Die Besucher“, aber auch an Filme wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Wie soll man Dr. Mracek ertränken?“ oder „Wie man Dornröschen wachküsst“. Viele dieser Arbeiten widmeten sich fantastischen Themen und waren in ihrem Einfallsreichtum schier grenzenlos. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks hat die tschechische Film- und Fernsehindustrie im Westen leider deutlich an Bedeutung eingebüßt, weswegen es umso erfreulicher ist, wenn es ein Film wie „Tony, Shelly und das magische Licht“ wieder auf hiesige Leinwände schafft. Das Langfilmdebüt von Filip Pošivač steht den erwähnten Klassikern in nichts nach und dürfte es spielerisch schaffen, generationenübergreifend für Begeisterung und Kurzweil zu sorgen.
Tony ist anders als andere elfjährige Jungen und wird deswegen von seinen übervorsichtigen Eltern auf Schritt und Tritt überwacht und beschützt. Denn Tonys Haut leuchtet, was ihn zu einem Außenseiter macht. Die elterliche Wohnung darf er nur so weit verlassen, wie es die Leine an seinem Rücken zulässt. Als in das Haus eine alternde Ballerina mit ihrer Teenagertochter Shelly einzieht, packt Tony die Neugier. Er möchte das nette Mädchen kennenlernen, das mit seiner Taschenlampe völlig neue Welten entstehen lassen kann. Tony wagt sich weit aus seiner Komfortzone hervor, um sich mit Shelly anzufreunden. Doch das ist auch mit Risiken verbunden, denn im Haus lebt ein Geist, der sich von den Gemeinheiten der Menschen nährt. Und da viele der Bewohner garstig und streitsüchtig sind, wird der Geist immer größer und bedrohlicher. „Tony, Shelly und das magische Licht“ hat bereits eine eindrucksvolle Festivalkarriere hinter sich und konnte u.a. in Annecy, Sitges und beim Schlingel wichtige Preise ergattern. Der optisch überaus reizvolle Stop-Animation-Film weist Elemente der beliebten Figuren der Aardman-Studios („Wallace & Gromit“) auf, weckt aber auch Assoziationen zu Filmen wie „Coraline“ von Henry Selick, da Jana Šrámkovás Drehbuch durchaus einige kindgerecht-gruselige Ideen enthält und die Figuren auch hier ein karikaturhaft-skurriles Design verpasst bekommen haben. Die überschaubare Handlung kann auch schon im Grundschulalter gut nachvollzogen werden und vermittelt spielerisch einige wichtige Werte wie Toleranz, Freundlichkeit und Freundschaft. Technisch sehr überzeugend umgesetzt, haben die Macher hier aber auch Traditionelles bewahrt und auf Handarbeit gesetzt, was vor allem die Älteren im Publikum wertschätzen dürften.
(Frank Brenner)

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