Mit ihrem zweiten Album „Futurestories“ hat sich die Essener Post-Hardcore-Band Breathe Atlantis eine stattliche Fangemeinde erspielt. Am 19.7. trat das Quartett im Offstage-Programm von Bochum Total in der Trompete auf.
In dem Musikclub an der Viktoriastraße, der sich nach dem Ende des musikalischen Geschehens auf den Open-Air-Bühnen von Bochum Total innerhalb kürzester prall gefüllt hatte, war für die eingefleischten Anhänger von Breathe Atlantis aber zunächst Warten bei Saunatemperaturen angesagt. Die Bochumer This Heals Nothing konnten im Vorprogramm mit ihrem energiegeladenen, von Post-Hardcore und Metalcore geprägten Set zwar durchaus überzeugen, sorgten aber auch dafür, dass der Hauptact erst zur sportlichen Anfangszeit um 23.20 Uhr auf die Bühne gehen konnte.
Dort demonstrierten Breathe Atlantis auch live die Entwicklung, die sie mit „Futurestories“, bei dem sie von dem namhaften US-Produzenten Dan Korneff (u. a. Papa Roach, Pierce the Veil) unterstützt worden waren, genommen haben. Anders als noch auf dem Debütalbum „Shorelines“ setzt Sänger Nico Schiesewitz nun überwiegend auf Klargesang, der Post-Hardcore-Sound ist mit eingängigen Refrains und elektronischen Elementen verfeinert worden und scheut sich auch nicht, Dance-Einflüsse zu verarbeiten. Mit Songs wie „Incomplete Universe“ setzten Breathe Atlantis auch beim Konzert in der Trompete – zumindest vorübergehend – ruhige Akzente. Auch ein neues, bislang nicht veröffentlichtes Stück stellten die Musiker vor.
Nicht alle Facetten der Musik des Essener Quartetts kamen dabei voll zum Tragen. Der Sound kam zwar druckvoll aus den Boxen, war jedoch gerade bei den lauteren Passagen recht undifferenziert. Schiesewitz‘ Gesang und auch seine emotionalen Ansagen, wie bei „Father and Son“, setzten sich nicht immer akustisch durch. Der Stimmung im Publikum tat das jedoch keinen Abbruch – nicht zuletzt, weil die sehr professionell auftretende Band ihre Fans immer wieder erfolgreich zum Mitsingen und -springen animierte. Als sich Breathe Atlantis nach einer Dreiviertelstunde erstmals verabschiedeten, war dementsprechend klar, dass es noch einen Zugaben-Nachschlag geben musste: Den lieferten die Essener mit einer Coverversion von Snow Patrols „Chasing Cars“ und ihrem bis dato bekanntesten Song „Lost“, der mittlerweile mehr als 700.000 Streams beim Musikdienst Spotify verzeichnen kann. Die Fans waren glücklich und posierten noch bereitwillig für das Bühnen-Selfie, das bereits im Internet-Familienalbum auf Facebook und Instagram bewundert werden kann.
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