Am 9. November feiern wir in Deutschland einen doppelten Gedenktag, der gleichermaßen für unbegreifliches Leid wie für unbändige Freude steht. Das Datum würdigt einerseits die Opfer der Novemberpogrome von 1938, zum anderen wird der Fall der Berliner Mauer von 1989 gefeiert. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegt mehr als ein halbes Jahrhundert Geschichte, in dem die klare Trennung in Gut und Böse immer schwieriger geworden ist. Mit dem Ende des Kalten Krieges ging dem Westen zudem ein jahrzehntelanges Feindbild verloren. Heutzutage lassen sich Konflikte wie in der Ukraine, zwischen Israel und Palästina oder eine Gefahr wie der IS längst nicht mehr in nur eine der beiden Kategorien einsortieren, das Böse ist dennoch nicht totzukriegen.
Für diejenigen, die Frieden mit Waffen verteidigen und erhalten wollen, scheinen Gut und Böse aber noch problemlos unterscheidbar zu sein. Ob dies der richtige Weg ist, darum geht es u.a. in unserem November-Thema FRIEDEN. Einfache Lösungen hat auch JÜRGEN TRITTIN nicht parat, wir sprachen mit dem Bundestagsabgeordneten ausführlich über die Situation in der Ukraine und die Zukunft der Krim.
Noch teurer als die Konflikte der Welt könnten uns künftig selbst verschuldete Klimakatastrophen zu stehen kommen. Die KLIMA-EXPO NRW 2022 hat sich vorgenommen, in einem tausend Schritte umfassenden Programm auf aktuelle klima-relevante und innovative NRW-Projekte hinzuweisen, worum es diesmal in unserer Rubrik „Innovation“ geht.
Das THEATER DORTMUND bietet mit Arthur Millers TOD EINES HANDLUNGSREISENDEN unter der Regie der Niederländerin Liesbeth Coltof einen ebenfalls ambivalenten Protagonisten. Das Böse treibt auch JÖRG BUTTGEREIT um. trailer traf den Regisseur und Theatermacher anlässlich seiner neuen Produktion NOSFERATU LEBT! zum Interview und hakte nach, ob das Böse auch mal Pause mache.
Im HMKV in Dortmund ist dies nicht der Fall, wie die Ausstellung BÖSE CLOWNS vermuten lässt, während das Essener FOLKWANG MUSEUM in seiner aktuellen Ausstellung MONET, GAUGUIN, VAN GOGH…INSPIRATION JAPAN feingeistig die Japanische Kunst mit der der Pariser Avantgarde vergleicht und damit eindeutig für gut befindet. Wer schon mal da ist, sollte sich die Ausstellung „DU KOMMST AUCH NOCH IN MODE“ – PLAKATE VON MARTIN KIPPENBERGER ansehen. RENÉ GROHNE, Leiter des Deutschen Plakatmuseums im Folkwang, sprach mit uns über den schrägen Witz des früh verstorbenen Kippenbergers.
Ob der Protagonist aus DIE EINSAMKEIT DES KILLERS VOR DEM SCHUSS ein Profikiller im Auftrag der EU, oder ein klassischer Filmbösewicht ist, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Zur Entstehung von Drehbuch und Film stand uns Regisseur FLORIAN MISCHA BÖDER Rede und Antwort. Über emotionale Wucht verfügt unser Film des Monats MOMMY von Xavier Dolan. Viele besondere Filme kann man beim KINOFEST LÜNEN vom 13.-16.11. erleben. Wir nahmen das 25-jährige Jubiläum zum Anlass, mit Festivalleiter MIKE WIEDEMANN zu sprechen. Danach bleibt kaum Zeit zu verschnaufen, denn vom 19.-23.11. bietet das BLICKE-FESTIVAL traditionell im BAHNHOF LANGENDREER wieder eine vielseitige Auswahl an Filmen aus dem oder mit Bezug zum Ruhrgebiet.
Das trailer E-Paper finden Sie hier.
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