Eine Nacht und ein Tag in New York! Die drei Matrosen Gabey, Chip und Ozzie haben 24 Stunden Landgang. Sie wollen es richtig krachen lassen und suchen dafür passende Begleiterinnen. Einer der drei, Gabey, verliebt sich ausgerechnet in ein Plakat-Mädchen, die „Miss U-Bahn des Monats Juni“. Die Kameraden ziehen getrennt los, jeder auf der Suche nach seiner Traumfrau für den Abend. Wie es das Schicksal will, trifft Gabey tatsächlich auf seine U-Bahn-Miss. Aber ganz so, wie er es sich vorstellt, läuft die Sache nicht. Erst am Morgen sind die Paare komplett – aber da tönt schon das Schiffshorn zur Abfahrt. Die einen gehen, die anderen kommen, der fiebrige Puls New Yorks aber schlägt unbeeindruckt weiter.
New York, im Titelsong des Musicals „On the Town“ von Leonard Bernstein besungen, muss den jungen musikalischen Tausendsassa mächtig beeindruckt haben: Der 25-jährige Lenny stammt aus Lawrence in Massachusetts, einer Industriestadt mit nur knapp 100.000 Einwohnern und einer bunt gemischten Bevölkerung aus aller Herren Länder. Der Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine hatte sich als Pianist, Dirigent und auch als Komponist bereits einen gewissen Ruf erspielt, als er 1943 zum Assistenzdirigenten des New York Philharmonic Orchestra ernannt wird und als Einspringer für Bruno Walter in der Carnegie Hall seine internationale Karriere fulminant eröffnet.
Die Faszination für die „Stadt, die niemals schläft“ ist Bernsteins Seemannsstory in jedem Takt anzumerken. Dem jungen Team – das Buch nach einer Idee von Jerome Robbins stammt von Betty Comden und Adolph Green – gelingt mit seinem Broadway-Erstling ein Hit, der nach der Premiere im Adelphi-Theater am 28. Dezember 1944 noch 14 Monate lang läuft. MGM kauft die Rechte schon vor der Premiere und verfilmt das Musical 1949. In Duisburg werden die Duisburger Philharmoniker unter Leitung von Koen Schoots wieder einmal beweisen, wie vielseitig sie sich auch auf diese jazzige Musik einstellen können. Momme Hinrichs stattet für die Inszenierung von Louisa Proske die Bühne aus. Die drei Matrosen singen, spielen und tanzen Leon de Graaf, Julius Störmer und Peter Lewys Preston. Maria Joachimstaller verleiht Gabeys Schwarm Ivy Smith charmante Gestalt; sie hat das U-Bahn-Mädchen bereits 2025 in Graz gesungen.
On the Town | 25.4. (P), 7., 16., 25.5., 6., 18.6. | Theater Duisburg | 0203 283 62 100
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Unerhörte Musik
Festival Her:voice in Essen – Oper in NRW 03/26
Weg der Erleuchtung
„Awakening“ an der Oper Bonn – Oper in NRW 03/26
Irrlichterndes Begehren
„Le Nozze di Figaro“ an der Oper Köln – Oper in NRW 02/26
Nie erkaltender Stoff
„I Capuleti e i Montecchi“ in der Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 02/26
„Ein ungewöhnlicher Frauencharakter“
Dramaturgin Patricia Knebel über die Oper „Die Fritjof-Saga“ am Essener Aalto-Theater – Interview 02/26
Hymne an Liebe und Toleranz
„Der Barbier von Sevilla“ an der Oper Bonn – Oper in NRW 01/26
Ab in die Hölle
Zwei Opern mit Bezug zu Dantes „Inferno“ in Gelsenkirchen – Oper in NRW 01/26
Liebe überwindet den Tod
„Orpheus und Eurydike“ am Gelsenkirchener MiR – Oper in NRW 12/25
Singende Fische
„Die Frau ohne Schatten“ am Theater Bonn – Oper in NRW 11/25
Liebe gegen alle Widerstände
„Roméo et Juliette“ in Krefeld – Oper in NRW 11/25
Offene Erwartungen
Das „Rheingold“ an der Oper Köln – Oper in NRW 10/25
Angenehm falsch
„Wiener Blut“ am Essener Aalto-Theater – Oper in NRW 10/25
Verzweifelte Leidenschaft
„Manon Lescaut“ an der Oper Köln – Oper in NRW 09/25
Zusammenprall der Extreme
„Der Goldene Drache“ von Peter Eötvös am Theater Hagen – Oper in NRW 09/25
„Kreativität entsteht manchmal aus Reduktion“
Marc L. Vogler über seine Arbeit als Hauskomponist der Jungen Oper Dortmund – Interview 09/25