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Kino

Vom Ende eines Zeitalters

Kinoprogramm | Essen | Filmstudio Glückauf

Filmstudio Glückauf
Rüttenscheider Straße 2
45128 Essen
Tel.: 0201 - 43 93 66 33

Die Missetäter

Argentinien, 2023, 189 Min.
Regie: Rodrigo Moreno

Dienstag, 30.0419:00 (OmU)

Morgen ist auch noch ein Tag

Italien, 2023, 105 Min.
Regie: Paola Cortellesi

Mittwoch, 24.0416:00

NEU Vom Ende eines Zeitalters

Deutschland, 2022, 161 Min.
Regie: Christoph Hübner, Gabriele Voss

Mittwoch, 24.0419:00 (Premiere mit den Filmemacher:innen Christoph Hübner und Gabriele Voss)
Sonntag, 28.0414:00

Kinoportrait:

Kinoprogramm Essen.
Das Ruhrgebiets-Kinoprogramm von trailer hilft Ihnen, Film und Kino zu wählen. Aber wissen Sie, in welcher geschichtlichen Tradition sich Saal und Foyer befinden, die Sie gerade betreten? Diese Lücke schließen wir - und stellen Ihnen 'Ihr Kino' vor:

Filmstudio Glückauf

Christiane Hüls vom PR/Marketing, Foto: Julian Scholten

Ende der 20er Jahre gab es in Essen rund 30 Kinosäle. Das Essener Filmstudio Glückauf ist das einzige des gesamten Ruhrgebietes, welches bis heute besteht. Wer also eine Zeitreise in die 50er Jahre mit einem Kinobesuch verbinden möchte, sollte das Filmstudio Glückauf besuchen. Seit der Wiedereröffnung im Jahr 2009 erstrahlt das Glückauf im originalen und teilweise aufwendig erneuertem 50er Jahre-Chic und knüpft an alte Traditionen an: Klassisches Arthauskino mit einem großen Anteil europäischer Produktionen stehen im Vordergrund des Programmkinos.Außerdem zeigt das Glückauf jede Woche einen Dokumentarfilm und präsentiert zum Ende jeden Monats in Kooperation mit dem Spanischen Elternverein e. V. die spanische Filmreihe „Ciñol“ in der spanischen Originalfassung. Auch Lesungen und Konzerte werden auf der Bühne, die sich hinter der Leinwand verbirgt, angeboten.

Doch solch ein Independentprogramm hatte das Filmstudio nicht immer. Es wird von Beigeordneten der Zentrumspartei mit dem Vorhaben gegründet, dem „Schundfilm“ moralisch Einhalt zu gebieten und mit einem „lehrreichen Lichtbildtheater“ entgegenzuwirken. Dem Glückauf-Haus, ursprünglich als städtisches Bürogebäude gedacht, wird schließlich der Kinosaal Glückauf Lichtspiele beigefügt. Das 1924 mit der Kölner Rheinlichtspiel GmbH vereinbarte Kulturangebot von täglich vier Vorstellungen mit belehrendem Inhalt lockt wenig Zuschauer. Ab 1925 wird das Haus von der Stadt betrieben, 1942 von Josef Eggert übernommen. Am 5. März 1945 senkt sich der Vorhang vor den deutschen Durchhalte-Komödien, als eine Fliegerbombe die südliche Außenwand zerreißt. Doch nach dem Krieg kommt das Kino wieder auf die Beine. Eggert zählt zu den ersten Mitgliedern der Gilde der Filmkunsttheater.

Das Kino überlebt in der Nische von Filmkunst und Autorenkino. 1991 schließlich übernehmen die Essener Filmkunsttheater rund um Hannes-Peter Hüster und Marianne Menze den Betrieb. Das Glückauf wird aufwendig renoviert und die Technik auf neuen Stand gebracht. Jedoch muss das unter Denkmal stehende Filmstudio seinen Betrieb jäh einstellen: Es gibt statische Sicherheitsbedenken. Die Institution Glückauf geht ins Exil auf der Zeche Zollverein.

Flankiert vom großen Engagement der Essener Bürger beginnt 2006 die ereignisreiche Rettungsaktion des alten Filmstudios unter Federführung des „Rettet das Filmstudio e. V.“. Seit der Wiedereröffnung am 18. Dezember 2009 erstrahlt das originale Filmstudio mit der nachempfundenen Fassade aus den 20er Jahren und seiner 50er Jahre-Ausstattung in neuem Glanz. Damit ist es das älteste noch weitgehend erhalten gebliebene Lichtspielhaus NRWs, dessen Besuch selbst ohne die Filmvorstellung in die Vergangenheit zu entführen vermag. (Redaktion trailer-ruhr.de)

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