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The Big Sick

Is' was, Komiker?

20. November 2017

Die Filmstarts der Woche

Der erfolgreiche, aus Pakistan stammende Komiker Kumail Nanjiani spielt sich in Michael Showalters „The Big Sick“ quasi selbst. Kumail schlägt sich mehr schlecht als recht als Comedian durch. Der Funke will bei seinen Stand-up-Shows nicht überspringen, der Erfolg lässt auf sich warten. So muss er nebenher als Taxifahrer jobben. Bei einem seiner Auftritte lernt er die kecke Psychologiestudentin Emily (Zoe Kazan) kennen. Zwar springt hier im Gegensatz zu seinem restlichen Publikum endlich mal ein Funke über, doch beide sind sich einig, dass sie zurzeit keine feste Beziehung wollen. Erst als Emily mit einer mysteriösen Infektion ins Krankenhaus kommt und kurz darauf sogar ins Koma fällt, lernt der passive Kumail endlich ihre Eltern kennen (toll: Holly Hunter mit Ray Romano) und merkt auch, was er mit Emily verlieren könnte. Klingt nicht gerade komisch, ist es aber. Sehr sogar! Nanjiani und Kazan hangeln sich ganz wunderbar durch die Höhen und Tiefen der Story, durch die komischen wie die tragischen Momente, den Culture-Clash und den Rassismus, den die Hauptfigur ertragen muss. Der Film ist zwar als romantische Komödie etikettiert, zeigt aber deutlich mehr Tiefe und Interesse an seinen Figuren als die meisten der formelhaften Rom-Coms der letzten Jahre. In dem lockeren, zweistündigen Spannungsbogen können sich die Figuren jenseits von dramaturgischen Zwängen entfalten.

Rocky (Jan Henrik Stahlberg) war einst der größte Aufreißer weit und breit. Sein Sohn Thorben (Franz Rogowski) hat den Trieb anscheinend geerbt, aber nicht die Verführungskünste. Als Thorben nach einer versuchten Vergewaltigung aus der Psychiatrie abhaut, flüchtet er zu Rocky, den er bislang nur von den Erzählungen seiner Mutter kennt. Rocky ist kaum begeistert, spürt durch den Eifer seines Sohns aber die alten Triebe wieder. Jan Henrik Stahlberg („Muxmäuschenstill“) hat seinen neuen Film „Fikkefuchs“ per Crowdfunding finanziert und musste keine Kompromisse eingehen. Entsprechend drastisch zeigt er alle übergriffigen Peinlichkeiten dieses Duo-Infernale und geht bis über die Schmerzgrenze, um deren degeneriertes Männlichkeitsideal zu ergründen, aber auch ihr Vater-Sohn-Verhältnis.

Der Regisseur Milo Rau ist in den Kongo gereist, um die Hintergründe des nun schon 20 Jahre tobenden Bürgerkriegs zu untersuchen, in dem bislang sechs Millionen Menschen starben. Rau ist es auf freiwilliger, spielerischer Ebene gelungen, viele der Beteiligten – Täter, Opfer und Zeugen – vor ein Tribunal zu bringen. Das war zwar folgenlos für die Täter, hat aber mit der erstaunlichen Offenheit der Beteiligten die ungeheure Ausbeutung und Korruption im Land ans Tageslicht gebracht. Rau verwebt in „Das Kongo Tribunal“ die gefilmte Verhandlung mit Aufnahmen eigener Recherche vor Ort und einem zweiten Tribunal in Berlin, das die Interessen und die Mitschuld der EU, der Weltbank, großer internationaler Konzerne und der Staatengemeinschaft an dem Konflikt erörtert. Ein Dokumentarfilm, der ins Geschehen eingreift.

Als im September beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen die Vorpremiere von „Silly – Frei von Angst“ stattfand, war man schon gespannt, ob die Strahlkraft der schon 1978 in der DDR gegründeten Rock-Band auch noch 40 Jahre später im eher beschaulichen Rheinland-Pfalz wirken würde. Und tatsächlich: Das riesige Kinozelt mit seinen 1200 Plätzen war in allen Vorstellungen voll begeisterter Zuschauer, die sich von Sven Halfars Film und einem Live-Konzert der Band bereitwillig auf eine nostalgische Reise mitnehmen ließen. Halfars in entsättigten Farben gedrehte Dokumentation begleitet die Band bei den Vorbereitungen zu ihrer aktuellen Tour „Wutfänger“, ist bei der Probenarbeit dabei und bei den Auftritten. Dazwischen blendet er immer wieder mit Archiv-Material zurück zu den Anfängen der Gruppe, die sich, sehr zum Missfallen des DDR-Kulturministeriums (von wegen Anglizismen!) nach ihrer Katze Silly benannt hatte.

Außerdem neu in den Ruhr-Kinos: Greg Zglinskis humoriger Pärchenthriller „Animals - Stadt Land Tier“, Peter Luisis Wettgeschäft-Komödie „Flitzer“, Olga Delanes humorvolle Doku „Liebe auf Sibirisch - Ohne Ehemann bist du keine Frau“, Ali Soozandehs als Trickfilm gedrehtes Gesellschaftsportrait „Teheran Tabu“ und Hermann Pölkings unkommentierte, nur aus Archivmaterial zusammengestellte Doku „Wer war Hitler“. Dazu starten Christopher Landons Déjà-vu-Horror„Happy Deathday“, Zack Snyders Comicspektakel „Justice League“ und Terje Rangnes' norwegisches Weihnachtsmärchen „Plötzlich Santa“.

Redaktion trailer-ruhr.de

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