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Aufbruch zum Mond

„Ein kleiner Schritt...“

05. November 2018

Die Filmstarts der Woche

„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“ So lautet das berühmte Zitat von Neil Armstrong. Regisseur Damien Chazelle nimmt den Satz als Vorgabe für seinen filmischen Ansatz, Neil Armstrong und seinen Teil an der Geschichte, die schließlich zur ersten Mondladung führte, zu porträtieren. Chazelle zeigt in „Aufbruch zum Mond“ das bahnbrechende historische Ereignis in seinem zehn Jahre währenden Prozess. Und er zeigt die Geschichte des einzelnen, kleinen Menschen, der eher zufällig am Ende als erstes seinen Fuß auf den Mond setzen wird. Ryan Gosling verkörpert Armstrong passend unterkühlt. Der Film beleuchtet auch Armstrongs Privatleben, das durch den frühen Tod der Tochter erschüttert wird. Chazelle, der jüngste Oscar-Gewinner aller Zeiten, ist in seinen bisherigen Filmen „Whiplash“ und „La La Land“ mit einer virtuosen Regie aufgefallen, die auch hier wieder gemeinsam mit der Kamera von Linus Sandren („La La Land“) wunderschöne Bilder zaubert – sowohl auf der Erde als auch im All. Auch baut er die zeitgenössische Kritik an den immens hohen Kosten der Apollo-Mission in den Film ein – Kurt Vonnegut, Gil Scott-Heron und andere tauchen im Film mit ihrer Forderung auf, das Geld lieber für irdische Missstände einzusetzen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass Chazelle das ähnlich sieht. Doch der Film lässt dem Zuschauer die Freiheit, beides zu teilen: die Kritik und die Feier dieser Heldenreise. Denn der im Originaltitel heißende „First Man“ findet im entscheidenden Augenblick eher stille und realistische als pompöse Wege, die Schönheit der Mission zu zelebrieren.

Frustriert schläft der Middle Ager Armin in seinem Auto unter einer Brücke ein – vor ihm auf dem Fluss ein Partyschiff, auf der anderen Flussseite feiern ein paar Jugendliche. Armin ist alleine. Als er am nächsten Tag aufwacht, ist er ganz allein. Keiner ist mehr da… nirgendwo. Ulrich Köhler („Schlafkrankheit“), den man grob zur sogenannten Berliner Schule zählt, hat mit „In My Room“ einen Endzeit-Film gemacht. Während der Film im ersten Drittel der inneren Leere seines von einer Midlife-Krise geschüttelten Protagonisten nachspürt, öffnet er sich im Folgenden einer Fantasie der absoluten Freiheit: Was, wenn man alleine wäre? Man sich mit niemandem mehr auseinandersetzen müsste, der einen auf sich selbst zurückwirft. Kein Chef, der die eigene Arbeit kritisiert. Keine jungen Mädchen, die einen zu alt finden. Keine Eltern, die immer noch am eigenen, orientierungslosen Lebenswandel rummeckern, obwohl man doch längst erwachsen ist. Nur eine Welt der unendlichen Möglichkeiten. Armin, wunderbar wandlungsfähig von Hans Löw verkörpert, ist zunächst verstört. Ulrich Köhler hat großartige Bilder für die Verstörung und die Befreiung durch die Apokalypse gefunden. Da stehen führerlose Autos auf der Straße rum, Tiere sind herrenlos, ein Schiff treibt auf einem Fluss – aber kein Mensch weit und breit. Bald verwirklicht Armin seine Träume, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen. Perfekt wird sein Glück, als schließlich noch eine wunderschöne junge Frau auftaucht. Aber jetzt gibt es wieder ein Problem: Er muss sich mit ihr auseinandersetzen.

Außerdem neu in den Ruhr-Kinos: Barbara Millers Frauen-Doku „#Female Pleasure“, Kirill Serebrennikovs Biopic „Leto“, Kat Rohrers und Gil Levanons Gesellschafts-Doku „Back to the Fatherland“ und Lisa Brühlmanns Fantasy-Selbstfindungsdrama „Blue My Mind“. Dazu starten Julius Averys Naziploitation-Horror „Operation Overlord“, Paul Feigs Freundinnen-Thriller „Nur ein kleiner Gefallen“, Mark Palanskys Science-Fiction-Drama „Rememory“ und Jennifer Westcotts Trickfilm „Elliot, das kleinste Rentier“.

Redaktion trailer-ruhr.de

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