Der Autorenfilmer reflektiert in seinem Schaffen stets die Grenzen des jeweiligen Mediums. Besonders die Filme seit den 1990er Jahren wie „Close-Up“, „Der Geschmack der Kirsche“ oder „Die Liebesfälscher" haben nicht nur das persische Gegenwartskino, sondern die Filmsprache insgesamt beeinflusst. Auch in seinen Fotoarbeiten und Videoinstallationen lotet Kiarostami die Modalitäten des fotografischen Mediums ebenso wie die Rahmenbedingungen des menschlichen Sehens aus. Im Rahmen der ersten deutschsprachigen Einzelausstellung widmet sich die Stiftung Situation Kunst (für Max Imdahl) in Bochum-Weitmar unter dem Titel „Stille und bewegte Bilder“ dem Kinopoeten sowie dem Spannungsverhältnis von Bild und Sichtbarkeit.
Abgesehen von seinem Einfluss auf ästhetischer Ebene tangieren seine Filme aber immer auch soziale Dimensionen seiner Heimat Iran. In „Ten“, der kommenden Mittwoch im studentischen Kino der Ruhr-Universität zu sehen sein wird, konfrontiert Kiarostami sein Publikum mit der Stellung der Frau in der persischen Gesellschaft. Eine Taxifahrerin tritt hier mit ihren Fahrgästen, unter anderem einer Braut und einer Prostituierten, in Dialog. Prof. Dr. Oliver Fahle, Inhaber der Professur für Filmwissenschaft mit dem Schwerpunkt Filmtheorie und Filmästhetik des Bochumer Instituts für Medienwissenschaft und Initiator der am 8. und 9. November stattfindenden Konferenz, wird hierzu eine kurze Einführung geben.
"Ten" | Mi 17.10., 20 Uhr | Ruhr-Universität, Uni-Kino SKF | www.rub.de/skf.de
Informationen zur Ausstellung (bis 20. Januar 2013): www.situation-kunst.de
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