Es ist eine interessante Ausstellung, die das Marta mit und für Olav Christopher Jenssen eingerichtet hat. Sie zeigt, dass Jenssen konstant in Werkgruppen arbeitet, die ein Thema und bildnerisches Verfahren ausloten. Und dass die Malerei auf eine intuitive Weise Gegenständliches berührt. Jenssen, der 1954 in Norwegen geboren wurde, seit 1982 in Berlin lebt und seit seiner Teilnahme an der documenta 1992 international bekannt ist, schöpft aus dem Fundus der Malerei, um eigene Empfindungen, Erlebnisse zu transformieren. Das ist eloquent, verschwiegen, voller Geheimnisse, bezieht auch Schrift ein oder nähert sich konstruktiven Bildfindungen, doch auch da geht es um Verdichtung, nicht um Perfektion. Jenssen spricht davon, in seinen Bildern Erfahrungen zu sammeln und einen „Klangboden“ herauszufiltern, das kann sich auf Landschaftliches, aber auch Mentales und Emotionales beziehen. In Herford sind zudem die Keramik- und die von der Decke hängenden Gipsskulpuren zu sehen: Repräsentieren sie nicht einen Zauberwald oder sind dies doch tanzende Derwische? Es ist hilfreich, dass diese Ausstellung auch die frühen Malereien um 1990 beinhaltet, die mit dem Schattigen, den großen Flächen und dem dunklen Ton auf eine nordische Tradition der Kunst verweisen, deren Malereien sich zwischen Naturerfahrung und Seelenlandschaft verhalten. „Ich bin schwer Romantiker“, sagt Jenssen – das Konzeptuelle schließt dies nicht aus.
„Olav Christopher Jenssen – Enigma“ | bis 13. Januar | im MARTA Herford | www.marta-herford.de
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