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Elsa und Fred
Spanien/Argentinien 2005, Laufzeit: 108 Min., FSK 6
Regie: Marcos Carnevale
Darsteller: Manuel Alexandre, China Zorrilla, Carlos Alvarez-Novoa, Roberto Carnaghi, José çngel Egido, Fanny Gautier, Federico Luppi

Elsa ist behauptete 77 Jahre alt und lässt auch ansonsten gerne mal fünf gerade sein. Frischen Wind in ihr ohnehin schon turbulentes Leben bringt ihr neuer Nachbar, der 78jährige Witwer Fred. Über einen Zusammenstoß mit Freds Tochter, die ihren Vater gebieterisch bevormundet, lernen sich die greisen Nachbarn kennen. Elsa (China Zorilla) ist schon bald Feuer und Flamme für den stillen Hypochonder, Fred (Manuel Alexandre) muss erst mal mit der indiskreten Neugier der brausenden Lady klar kommen, war er doch nach dem Tod seiner Frau eigentlich ganz glücklich mit seinem Hund Bonaparte, der ihn in Ruhe sinnieren lässt. Sinnieren macht senil, denkt Elsa und bleibt offensiv: "Du bist kein Hypochonder, sondern ein Hosenscheißer!", treibt sie den müden Mann an, bis der schließlich Gefallen an der flotten Schwindlerin findet und mit ihr Pferde stehlen geht. Noch in der Händchenhaltephase eröffnet die schwer kranke Elsa Fred ihren Lebenstraum: Einmal wie Anita Ekberg in Fellinis "La Dolce Vita" in die Fontana di Trevi steigen. Seitdem Regisseur Marcos Carnevale mit 14 "La Dolce Vita" gesehen hat, wünschte er sich, Regisseur zu werden, um zumindest eine Szene wie die an Roms berühmten Brunnen zu drehen. "Elsa & Fred" ist bereits der dritte Spielfilm des Werbefilmers, und gemeinsam mit seiner kauzigen Protagonistin erfüllt er sich nun auch noch diesen Bonustraum. Dazu entwirft er eine reizende Geschichte über die späte Liebe eines bezaubernden Paares, das gegensätzlicher nicht sein kann. Seine Elsa treibt mit jugendlicher Leichtigkeit und charmantem Altersstarrsinn die Story voran, während Fred sich schon lange dem verpassten Leben ergeben zu haben scheint. Carvenale zitiert nicht bloß Fellini, ihm geht es um die Wichtigkeit von Träumen generell und darum, sie nicht aufzugeben. Die Szene, in der Anita Ekberg 1960 mit Marcello Mastroianni in den Brunnen steigt, vermittelt einen Eindruck davon, was Fellini mit dem süßen Leben meint, das in seinem Film keiner der Protagonisten erreichte. "La Dolce Vita" ist zugleich Elsas Lebensmotto, und Carnevale holt hier ein Happy End im wörtlichen Sinne nach, ohne dabei seine Geschichte in lebensferner Oberflächlichkeit verpuffen zu lassen.

(Hartmut Ernst)

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