Während am 23.8. beim Dortmunder Christopher Street Day Hunderte friedlich und politischer als sonst das LGBT-Straßenfest für Toleranz und gegen Diskriminierung an der Reinoldikirche feierten, demonstrierten laut Polizeibericht von 15.51 bis 16.40 Uhr – also keine ganze Stunde – 85 Rechtsextreme gegen das Verbot einer rechtsextremen Vereinigung vor einem Jahr. Ziemlich kläglich, möchte man meinen, aber Erleichterung ist unangebracht, denn noch zu gut in Erinnerung ist der Sturm von „SS Sigi“ und seinen Lakaien auf das Dortmunder Rathaus Ende Mai dieses Jahres. Dortmund ist schon länger wegen seiner virulenten, rechtsextremen Szene berüchtigt, da ist friedlicher Widerstand stets angebracht.
Ein Zeichen gegen Rechts will auch das Pillepop-Festival unter dem Motto „Ruhrpottbands gegen braunen Kokolores“ setzen. Als Veranstalter fungiert eine Initiative Dortmunder Musiker. Der Anlass ist indes konkreter als „nur“ ein Zeichen gegen Rechtsextremismus im Allgemeinen zu setzen. Der Erlös des Abends soll den Angehörigen des Dortmunder Opfers des NSU zugutekommen, die Familie ist informiert und freut sich sehr über die Soli-Veranstaltung.
Das Pillepop versucht aber, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und bietet dem Anlass entsprechend ein musikalisch vielfältiges Programm. Engagement kann auch Spaß machenl. Aus Düsseldorf kommen die Psychedelic-Rocker von Vibravoid, sanfter ist der Sound von Deltaroad, die Dortmund ihre Heimat nennen. Ebenfalls dort beheimatet sind Zirkus, die Balkan-Beats mit Pop-Anleihen mischen. Die Richtung Punk darf bei einer solchen Veranstaltung natürlich nicht fehlen, aus dem Hardcore-Genre kommen Tony Gorilla. Außerdem am Start: Alexa und Lana Danai.
Und mal ehrlich: 85 verblendete braune Socken in der Innenstadt sollten doch zahlenmäßig an diesem Abend locker zu toppen sein.
Pillepop-Festival | Do 26.8. Beginn: 20 Uhr | Musikbar Piano, Lütgendortmunder Straße 43, Dortmund | www.facebook.com/events/1502116110005485/
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