Schriftsteller Axel von Ernst und Regisseurin Kathrin Sievers hatten für die Eröffnung die schönsten und schrecklichsten Partygeschichten herausgesucht. Mit „Die Erledigungen vor der Feier“ (Tilman Rammstedt) ging es los, das Party-Motto zog sich durch den Abend. Die Schauspieler Katharina Thalbach und Sabin Tambrea trugen Texte und Ausschnitte vor, die Katty Salié zuvor als „Party-Literatur“ bezeichnete. Als die „Aspekte“-Moderatorin zu Amélie Nothombs „Die Kunst, Champagner zu trinken“ überleitete, unterbrach Katharina Thalbach mit dem Einwurf „Eierlikör“, was für viel Gelächter sorgte.
Auch Fritz Eckenga, der über das Ruhrgebiet und Rheinland sagte: „Da wächst was zusammen, was nicht zusammengehört“, traf den Humor des Publikums. Der Dortmunder Kabarettist sprach auch ernstere Themen an, nannte die Botschaften auf rechten Wahlplakaten als einen Grund für den Wunsch, unter die Erde zu gelangen. Bei dem Familiengebiss, das in absteigender Reihenfolge des Alters weitergegeben werde, war die Stimmung wieder ausgelassen.

Betterov, berliner Musiker und Songwriter, sorgte mit Klavier-Songs für Abwechslung, spielte neben seinem meistgestreamten Song „Dussmann“ auch „Mein Leben ist monoton“. Er handelt von den Gefahren und Ereignissen eines scheinbar langweiligen Lebens, bemerkenswert das Motiv der Bombe, die jahrelang unter der Bushaltestelle gelegen habe, an der er täglich wartete.
Die Auswahl der Literatur förderte die vergnügte Stimmung. Wenn Katharina Thalbach, in ihrer unnachahmlichen Art, Ephraim Kishons „Im neuen Jahr wird alles anders“ vorträgt, dann kann man nicht anders, als zu lachen. Sabin Tambrea sorgte mit Arnon Grünbergs „Die Kneifzange“ für schallendes Gelächter, einem Text über eine verstopfte Toilette auf einer Party und Kotreste am Ärmel.
Den Schlusspunkt markierte Helge Schneiders „Es gibt Reis, Baby“. Der von Sabin Tambrea gelesene Klassiker aus den 90er Jahren wurde von Katharina Thalbach vergoldet, die, wie im Text geschrieben, ihr Haar schüttelte. Mehr von Katharina Thalbach gibt es am 8. Oktober im Foyer Ost der Messe Essen. Dort tritt sie zusammen mit Tochter Anna und ihrer Enkelin Nellie auf und spricht über Georgette Heyers Roman „Die widerspenstige Witwe“.
Lit.Ruhr | bis 11. Oktober | diverse Orte | Info
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