++ Stand 3.11.: Das LesArt.Festival ist aufgrund der aktuellen Corona-Schutzregeln leider abgesagt worden. – Red. ++
Ein Abendspaziergang durch Dortmund: Deutsch und Arabisch, Curry- Wurst und Sucuk, Abendmahl und Freitagsgebet. Ein Blick auf die Spiegelbestsellerliste: Thomas erwartbarer als Berfin, Friesenkrimi erwartbarer als Arbeiterkindbiografie, Leitkultur erwartbarer als jüdische Kultur. Die Lyriker*innen Lüftiye Güzel und Max Czollek schreiben dieser eingeschränkten literarischen Repräsentation der deutschen Wirklichkeit schon seit Jahren entgegen, sie ergänzen nicht – deutsch, nicht – weiß, nicht – christliche Realitäten und reißen Vorurteile ein. Als „Inglourious Poets“ (dt. „unrühmliche Poeten“) lesen sie ihre Lyrik und Kurzprosa am 11. November im Theater Fletch Bizzel im Rahmen des LesArt.Festivals Dortmund und bestätigen damit dessen diesjähriges Motto „Viel mehr“. „Viel mehr“, das soll heißen, viel mehr Unterschiedliches als erwartet, viel mehr Neues als geahnt zu bieten und so Lesegewohnheiten zu brechen und zu erweitern.
Das Festival, das verschiedenste Literaturformen an Dortmunder Kulturorten präsentiert, geht vom 5. bis zum 15. November in die 21. Runde.
Über Heimat in Hörde
Am 13. geht das „Erzähltheaterprojekt Dortmund Hörde“der ersten Dortmunder Stadtschreiberin Judith Kuckart imHansa-Theater Hördeauf poetische Erkundung des Dortmunder Stadtteils. Dabei setzen Bewohner des Viertels und Profi–Schauspieler das „alte“ Hörde 1969 in ein Verhältnis zum neuen Hörde 2020 und fragen sich:In welcher Heimat lebten wir damals? In welchen Heimaten leben wir jetzt?
Am 14. liest der Philosoph Richard David Precht aus seinem 2020 erschienen Buch „Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens“ und erklärt, weshalb sich Künstliche Intelligenz nicht mit menschlicher Moral ausstatten lässt. Am selben Abend wird außerdem der mit 800 € dotierte LesArt.Preis der jungen Literatur an einen jungen Dortmunder Autoren verliehen. Vom 9. bis zum 13. November bietet das LesArt.Festival auch den Allerjüngsten Unterhaltung. Auf dem „LesArtKindergartenBuchTheaterFestival“ im Theater Fletch Bizzel zeigen jeden Nachmittag drei Kindergartengruppen im selbstgebastelten Kostüm- und Bühnenbild ihre eigenen Inszenierungen ausgewählter Kinderbücher.
LesArt.Festival Dortmund 2020 | 5. - 15.11. | www.lesart.ruhr
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Haare zu lang, Röcke zu kurz
„Swinging Cologne“ von Stefan Winges – Textwelten 05/26
Israelische Aufzeichnungen
Sarah Levy im Bochumer Fritz Bauer Forum
Worte, Witz & Wettbewerb
„Poetry Slam Allstars“ am Schauspielhaus Bochum
Meeresbewohner zum Anfassen
„Zusammenstecken und Entdecken: Meerestiere“ von Abigail Wheatley – Vorlesung 04/26
Neuer Bilderbuch-Klassiker
„Mit dem Sturm um die Wette rennen“ von Brian Floca und Sydney Smith – Vorlesung 04/26
Wenn Wände Ohren haben
„Engel des Verschwindens“ von Slobodan Šnajder – Literatur 04/26
Bunte Welten
Gratis Comic Tag 2026 an diversen Orten
Die Unendlichkeit erleben
„Liebe“ von Thomas Hettche – Textwelten 04/26
Das Glück der Stiefel
„Die gelben Gummistiefel“ von Isabel Pin – Vorlesung 03/26
Auf den Spuren des Honigs
„Ivy und Bärlock Holmes. Fall 1: Die rätselhafte Blume“ von Kristyna Litten – Vorlesung 03/26
Beziehungen
„Du findest mich, wenn du willst“ von Lavinia Branişte – Literatur 03/26
Atem eines großen Erzählers
„Wintermythologien“ von Pierre Michon – Textwelten 03/26
Schmunzeln und Mitgefühl
„Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank“ von Anne und Paul Maar – Vorlesung 02/26
Unwiderstehlicher kleiner Drache
„Da ist besetzt!“ von Antje Damm – Vorlesung 02/26
Glück und Unglück
„Niemands Töchter“ von Judith Hoersch – Literatur 02/26
Was nur schiefgehen kann
Markus Orths im Literaturhaus Dortmund – Literatur 03/26