Ein Rezensent schrieb nach einem Konzert des Bundesjazzorchesters vor knapp drei Jahrzehnten, dass Hanno Busch so gut an der Gitarre sei, „dass Stammgitarrist Peter Tiehuis auch in kommenden Zeiten beruhigt in Urlaub fahren kann.“ Der Musiker und Talentfinder Peter Herbolzheimer hatte mit seinem jungen Orchester immer die besten Jungjazzer der Nation zum Test versammelt und gab den Nachwüchslern die Chance, schon früh mit den altgedienten Promis in seiner berühmten Big Band aufzutreten. Hanno Busch lehrt heute als Professor an der Kölner Musikhochschule. Am 27. März spielt er in der Viersener Festhalle und erhält den WDR Jazzpreis 2026. Zuvor ist er am 25. März im Kölner WDR Funkhaus am Wallrafplatz und am 26. März in der Gelsenkirchener Heiligkreuzkirche zu hören.
Der Gitarrist entstammt einer Generation von Musikern, für die Jazz immer schon ein weites Feld war. Bei Herbolzheimer handelte es sich auch bereits um eine rockigere Version von Big Band-Jazz, Busch fiel die Aufgabe zu, den Rock zwischen die Bläser zu mischen. Für diese aufgeschlossene Haltung gegenüber der Pop- bzw. Rockmusik war Holland immer schon ein gutes Pflaster. Der Student Busch lernte in Amsterdam, als freischaffender Musiker breit aufgestellt zu sein. Er zeigt sich stets begeistert gegenüber seinen musikalischen Freundinnen und Freunden, seien es die Spitzenbläser des Jazz wie Peter Weiniger oder der Avantgardist Nils Klein, Individualisten wie Michael Wollny oder Pop-Ikonen wie Sasha oder Jan Delay. Daneben regeln TV-Formate wie TV Total das tägliche Leben, als Gitarrist der Heavytones erreicht der Jazzer ein breiteres Publikum und regelmäßige Einkünfte.
Sein Lehrplan an der Hochschule bezieht Jazz und Pop gleichermaßen ein. Ihn interessiert weniger die Virtuosität am Instrument als der gemeinsame Nenner, den eine Band findet – sehr plastisch spiegelt dies sein langjähriges Trio mit den Kultmusikern Jonas Burgwinkel (Drums) und Klaus Fischer (Bass).
Im März können die Rhein- und Ruhrländer sich leicht ein Bild vom Preisträger machen, als „Sideman“ in verschiedenen Bands und ganz eindringlich in einer kleinen Tournee mit der WDR Big Band. Als Gaststar reist die Sängerin Anna Luca mit dem Orchester, mit viel Musik von Hanno Busch.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Mit Flöte und Balafon
Jakob Manz European Jazz Night in Köln – Improvisierte Musik in NRW 02/26
Völlig natürlich atmen
Gitarrist Bill Frisell im Dortmunder Domicil – Improvisierte Musik in NRW 01/26
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25
Orgeltrio mit frischem Sound
„Deadeye“ im Kölner Stadtgarten – Improvisierte Musik in NRW 12/25
Komplex und zugänglich
Jazzpianist Shai Maestro im Wuppertaler Loch – Musik 11/25
Motor mit edlem Klang
Dave Holland in der Essener Philharmonie – Improvisierte Musik in NRW 11/25
Nicht mehr wegzudenken
Das Wuppertaler Jazzmeeting 2025 – Musik 10/25
Jenseits üblicher Klänge
Das Multiphonics Festival 2025 in Köln und Wuppertal – Improvisierte Musik in NRW 10/25
Zu Gast mit Gästen
Die WDR Big Band in der Wuppertaler Immanuelskirche – Musik 09/25
Vater des Ethiojazz
Mulatu Astatke im Konzerthaus Dortmund – Improvisierte Musik in NRW 09/25
Ohne Grenzen
74. Ausgabe der Konzertreihe Soundtrips NRW – Musik 09/25
5 Jahre plus Zukunftsmusik
Die Cologne Jazzweek feiert kleines Jubiläum – Improvisierte Musik in NRW 08/25
Vom Tanzen träumen
Die NRW-Tour der Jazzpianisten Chris Hopkins und Ulf Johansson Werre – Musik 08/25
Tastenlegende auf Tournee
Herbie Hancock in der Philharmonie Essen – Improvisierte Musik in NRW 07/25
Neugier auf Neues
Johanna Summer und Malakoff Kowalski in Düsseldorf – Improvisierte Musik in NRW 06/25
Musikalische Region
Das Originalklang-Festival Fel!x 2025 in Köln – Klassik am Rhein 08/25