Autor Bahattin Gemici wurde 1954 in der türkischen Hauptstadt Ankara geboren, doch von dort zog es ihn 1977 nach Herten in die Bundesrepublik Deutschland. In seinen Gedichten, Kurzgeschichten und Märchen, die teilweise in beiden Landessprachen erscheinen, schreibt er über die Entfremdungserfahrungen von Einwander:innen. So sind Fremdheit, Rassismus, Flucht, Integration, Aus- und Abgrenzung, Frieden und Gewalt die Motive seiner Literatur. Nicht umsonst sind es daher vor allem Veranstaltungen von Volkshochschulen oder städtisch organisierte Diskursformate, bei denen Gemici seine Werke vorstellt.
Eines davon ist die Kurzgeschichtensammlung „Der unbekannte Nachbar“ über nach Deutschland ausgewanderten türkischen Migrant:innen, mit dem er nun in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund zu Gast ist. Der Titel ist Programm, denn gerade der Mensch, der nebenan wohnt, steht sinnbildlich für die unsichere Situation der Neuankommenden: Der Nachbar kann sie willkommen heißen und das Leben in der neuen Gesellschaft erleichtern. Der Nachbar kann ihnen aber auch mit Skepsis oder gar mit Ablehnung begegnen und damit die Integration erschweren. So beschreibt Gemici den Mikrokosmos Nachbarschaft als einen Ort, der von Willkommenskultur, aber auch von Spaltung oder Diskriminierung geprägt sein kann.
Der unbekannte Nachbar | Do 9.11. | Stadt- und Landesbibliothek Dortmund | www.dortmund.de
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