„Die Demonstrationen sollen deutlich machen, dass es einen Ausweg aus der Wirtschafts- und Finanzkrise gibt: Umverteilung!”, sagt Gudrun Müller, die Sprecherin des Bochumer Bündnis. Weiter fordert die Initiative, dass „öffentliche und sozialen Leistungen nicht weiter verschlechtert und die Mehrheit der Bevölkerung höher belastet wird.“ „Übergroßer Reichtum und Finanzspekulation müssen endlich besteuert werden. Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um gesellschaftliche Solidarität.“
Das Bündnis fordert eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine einmalige Vermögensabgabe, um die um die notwendigen öffentlichen und sozialen Ausgaben „fair“ zu finanzieren und Verschuldung abzubauen. Die Demonstration wirbt für einen konsequenten Kampf gegen Steuerflucht und Steueroasen und eine Steuer auf Finanzmarktgeschäfte. Auch gegen Spekulationen und weltweite Armut richtet sich die Kampagne.
Die Kommunen sind schon lange klamm. Dies macht sich auch in Städten wie Bochum bemerkbar. In einem Jahr soll für jedes Kind ein Krippenplatz zur Verfügung stehen. In Bochum gibt es derzeit für die 8.170 Kinder unter 3 Jahren 1.673 Plätze – dies entspricht einer Versorgungsquote von 20,5 %. Um die Vorgaben des Bundes mit 35 % zu erfüllen, fehlen noch 1.185 Plätze. Im Bundesgebiet sind es 230.000 Plätze. Bund, Länder und Kommunen sind weit davon entfernt, ab dem 1. August 2013 allen unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz anzubieten. Umfairteilen macht auch auf diesen Missstand aufmerksam.
Demonstrieren, Stände anmelden, Mitmachen
Die zentrale Bochumer Auftaktkundgebung findet ab 12 Uhr am Bochumer Hauptbahnhof an der Massenbergstraße statt. Im Kreativbereich für Kinder und Erwachsene werden Plakate gemalt, Buttons produziert oder Transparente angefertigt. Redner sind Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer von Der PARITÄTISCHE Gesamtverband und Dr. Kemal Bozay, Geschäftsführer von IFAK, Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe und Migrationsarbeit. Schwarz/rot Atemgold09 und Chupa Cabras sorgen für die nötigen Rhythmen. Ab 13 Uhr geht es weiter über die Viktoriastraße.
Die Demoroute endet mit der Abschlusskundgebung am Schauspielhaus um 14 Uhr. Sprechen werden Annelie Buntenbach, DGB Bundesvorstand und Mag Wompel, Labournet Germany. Die Pottpoeten und das Schauspielhaus Bochum sorgen für Unterhaltung. Die IFAK (Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe) ist mit einem Stand vertreten, weitere Stände sind geplant. Diese müssen vorher angemeldet und bis 11 Uhr am Aktionstag aufgebaut sein.
„Wir würden uns freuen, wenn alle vertretenen Organisationen die Demo mit eigenen Aktionen unterstützen würden“, so Rolf Stein, Ansprechpartner für den Aktionstag. Und auch Ansprechpartnerin Melanie Meier appelliert: „Macht mit! Meldet Stände an, kommt vorbei!“ Die Veranstaltung bildet den Auftakt für weitere Aktivitäten bis zur kommenden Bundestagswahl 2013.
Das nächste Ruhr-Bündnistreffen findet statt am Donnerstag, 20. September um 18:00 Uhr bei ver.di, Universitätsstraße 76, 44789 Bochum, Saal A.
Kontakt: koordination@pott-umfairteilen.de
http://www.pott-umfairteilen.de/
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Lohn der Angst
Intro – Nach der Arbeit
Klassenkampf von oben
Teil 1: Leitartikel – CDU und SPD wenden sich gemeinsam gegen arbeitende Menschen
„Je länger ein Arbeitstag dauert, desto unproduktiver wird er“
Teil 1: Interview – Gewerkschafter Stephan Krull über kürzere Arbeitszeiten und gesellschaftliche Teilhabe
Geschenkte Freizeit
Teil 1: Lokale Initiativen – Die Agentur Wake Up Communications Düsseldorf
Erst das Vergnügen
Teil 2: Leitartikel – Industriearbeit ist ein Auslaufmodell
„Das BGE würde eher schaden als nützen“
Teil 2: Interview – Philosoph und Ökonom Birger Priddat über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens
Mehr als Existenzsicherung
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Attac-AG „Genug für alle“ aus Bonn
Sanktionen schaffen keine Stellen
Teil 3: Leitartikel – Politik und Wirtschaft lassen Arbeitslose oft im Stich
„Eine gewisse Unsicherheit und Versagensängste“
Teil 3: Interview – Experte Matthias Auer über den Arbeitsmarkt für Jung-Akademiker
Der ganze Mensch
Teil 3: Lokale Initiativen – Die GESA Gruppe in Wuppertal hilft bei der Rückkehr ins Arbeitsleben
Vertrauen durch Bildung
Was tatsächlich gegen Arbeitslosigkeit hilft – Europa-Vorbild Dänemark
Kurz frei
Arbeit schläft nie. Auch ihre Jünger nicht – Glosse
Fehlbilanz
Intro – Mündig
Überwachen und Strafen
Teil 1: Leitartikel – Eine gesenkte Strafmündigkeit würde nicht zu mehr Sicherheit führen, sondern zu mehr Kindern und Jugendlichen im Knast.
„Kinder, die Probleme machen, haben in der Regel auch Probleme“
Teil 1: Interview – Kriminologin Nadine Bals über Jugendstrafrecht und Strafmündigkeit
Helfen statt strafen
Teil 1: Lokale Initiativen – Die Evangelische Jugendhilfe Bochum
Die unmögliche Schule
Teil 2: Leitartikel – Lernen und Lehren zwischen Takt und Freiheit
„Wirklich Interesse zeigen“
Teil 2: Interview – Pädagogin Inke Hummel über die Beziehung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen
Freude am Lernen lernen
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Verein In Via Köln und die Motivia-Werkstattschule
Jedem sein Kreuz
Teil 3: Leitartikel – Über Mündigkeit an der Wahlurne
„Wir empfehlen, das Wahlalter zu senken“
Teil 3: Interview – Demokratieexperte Jonathan Hoffmann über die Wahlbeteiligung von Jugendlichen
Was junge Menschen bewegt
Teil 3: Lokale Initiativen – Filmreihen von Jugendlichen im Medienprojekt Wuppertal
Machtinteresse
In Österreich wählen bereits 16-Jährige – Europa-Vorbild: Österreich
Die Reifeprüfung
Erst zornig, dann stur. Das Leben des Homo politicus – Glosse
Erschütternd normal
Intro – Gegenwehr