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Baut interkulturelle Brücken: Firas Alshater
Foto: Ulrich Schröder

Geflüchteter YouTuber

26. Mai 2017

Firas Alshater in Dortmund – Lesezeichen 06/17

Der 1991 in Damaskus geborene Journalist und Filmemacher Firas Alshater gilt als erster YouTuber unter den syrischen Geflüchteten. In seinen seit Januar 2016 auf dem Kanal ZUKAR verbreiteten Videos beschäftigt er sich mit interkulturellen Fragen. Sein Beitrag „Wer sind diese Deutschen?“ erreichte bereits ein Millionenpublikum. Im Oktober 2016 ist im Ullstein-Verlag zudem seine Autobiografie „Ich komm auf Deutschland zu“ erschienen, die er am 7. Mai vor rund 50 Gästen auf Einladung des Kobi e.V. im Dortmunder Depot-Theater vorstellte. Traumatisierungen durch Krieg, mehrere Inhaftierungen samt Folter sowie grenzwertigen Erfahrungen auf seiner Flucht nach Deutschland versucht Alshater schwarzen Humor entgegenzusetzen: „Hast du kein Papier, bist gar nicht hier“, flachst der Comedian. „Woher kommt der Wille, weiter auf Deutschland zuzukommen?“, fragt Moderatorin Jennifer Petroll. „Ich habe gemerkt, dass man mit Humor viel mehr schaffen kann als man denkt“, lautet Alshaters Antwort, mit der er zugleich sein eingespieltes Video kommentiert, in dem der Neu-Berliner mit verbundenen Augen am Alexanderplatz dazu auffordert, ihm Vertrauen zu schenken und ihn zu umarmen. Seine Erfahrung resümiert er dort selbst: „Wenn die Deutschen einmal mit etwas anfangen“ (im Video nach anfänglicher Skepsis), „dann hören sie überhaupt nicht mehr auf.“

Die Frage, was wir besser machen könnten im Umgang mit Geflüchteten, beantwortet Alshater mit der Feststellung, es werde zu wenig miteinander geredet; so habe etwa nicht jeder Neuankömmling Lust, Freizeitangebote wie einen gemeinsamen Kinobesuch mit engagierten KümmererInnen wahrzunehmen – auch wenn die Offerte noch so nett gemeint sei. Besonders problematisch seien lange Wartezeiten bei behördlichen Formalitäten – dies könne sogar Depressionen auslösen. Inzwischen studiert Alshater an der Filmhochschule Babelsberg und plant als nächstes, Ratgebervideos für Geflüchtete zu drehen. Nicht nur den Deutschen empfiehlt der Filmemacher, keine Angst vor dem Unbekannten zu haben. Gefährlich werde eine solche Angst, wenn sie in Hass umschlage.

Ulrich Schröder

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