Ein Sonntag im März in der Domstadt, die wegen ihrem musikalischen Engagement auch gern den Titel Musikstadt einfordert. Dafür bildet die freie Szene die Basis, und darin ganz besonders die in Köln speziell organisierten Chöre. Die leben in friedlicher Konkurrenz miteinander, an diesem 22. März in Koexistenz.
In der Kölner Philharmonie mit ihrer bewährten Konzertakustik startet der Philharmonische Chor mit einer Matinee. Zu hören ist das „Requiem“ des auch im Rheinischen wirkenden Robert Schumann und das „Stabat Mater“ von JosefRheinberger (ein Lehrer des Kölner Komponisten Max Bruch), dashoffnungsvoll die Leiden der Mutter Marias vertont. Trauer und Trost bilden in Vorausschau auf Ostern das Hauptthema dieses Programms, das der relativ neue Chorleiter Nico Köhs mit dem Neuen Rheinischen Kammerorchester verantwortet (11 Uhr).
Weiter geht es am Nachmittag (16 Uhr) in der romanischen Kirche St. Pantaleon mit dem Jungen Kammerchor Köln, der im letzten Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiern durfte. Er wartet in dem sehr alten, aber teilweise frisch renovierten Gemäuer mit dem Programm „Szenen eines Lebens“ aus Musik u.a. von Gustav Mahler und Christoph Penderecki auf – a cappella gesungen mit jungen Stimmen auf einem Terrain, das einst einerömische Villa zierte. Reste birgt heute noch die Krypta. In St. Pantaleon gibt es einige außergewöhnliche Kostbarkeiten zu entdecken, so auch einen eindrucksvoll platzierten spätgotischen Lettner (Trennwand zwischen den Bereichen für Geistliche und Besucher).
Neben den 12 romanischen Kirchen gibt es in Köln auch barocke Beispiele, darunter die mächtige Kirche St. Mariä Himmelfahrt, direkt am Bahnhof gelegen. Sieben Jahre nach ihrer Fertigstellung 1678 wurde Johann Sebastian Bach geboren, dessen Matthäuspassion der KölnChor in dieser heiligen Halle aufführen wird. Chor und Solisten stützen sich wiederum auf das Neue Rheinische Kammerorchester – da schließt sich an diesem Tag der Kreis (17 Uhr).
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