In Frankreich kennt man die 1873 in Burgund geborene Sidonie-Gabrielle Claudine Colette nur unter der vertraut klingenden Kurzform Colette. Dort ist sie eine literarische Ikone, deren Romane „Claudine erwacht“ oder „Chéri“ auf eine Weise weibliches Selbstbewusstsein in die Moderne einbrachten, die auch den männlichen Kollegen uneingeschränkten Respekt abnötigte. Im damaligen Deutschland undenkbar, folgte Colette auch im Leben ohne jede Geheimniskrämerei ihrem sowohl auf Männer wie Frauen gerichteten Begehren. So entstand der Band „Das Reine und das Unreine“. Die Texte der damals 59-jährigen Colette bezeugen die satte Erfahrung einer Autorin, die im Leben wie in der Kunst ihre Reife erlangt und dennoch ihre Experimentierfreude behalten hatte.
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