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„Ach wie gut – dass niemand weiß: Zur Filmsprache von Werner Nekes“
Foto: Presse

Von Städten und Menschen

Das 19. Filmfestival des Ruhrgebiets zeigt Visionen und Träume – Festival 11/11

Die meisten von uns werden in Nostalgie schwelgen, wenn sie an die alten Super 8-Lehrfilme des FWU denken. Oder wenn sie die Szenen ihrer eigenen ersten Schritte sehen, festgehalten von den stolzen Eltern. Ein wenig verfärbt und verregnet. Und laut. J.J. Abrams und Steven Spielberg setzten dem Filmformat mit ihrem gleichnamigen Film ein Denkmal, das diesjährige Filmfestival des Ruhrgebiets Blicke lädt zur langen Nacht der Super 8-Filme ein und zollt auf diese Weise mit einem experimentellen Bilderrausch dem Format seinen Respekt. Wieder einmal können wir im ebenfalls verfärbten und verregneten November Blicke ins und aus dem Ruhrgebiet werfen. Bereits zum 19. Mal bietet Blicke ein Programm aus ästhetischen Kunstfilmen, hypnotisierenden Video-Installationen, experimentellen Kurzfilmen, animierten Dokumentationen, abseitigen Langfilmen und vielem mehr. Diskussionen, prominente Gäste, Film- sowie persönliche Gespräche bilden das Rahmenprogramm und machten das Festival jedes Jahr zu einem bild- und eindrucksreichen Erlebnis.

In diesem Jahr stehen zehn Filmblöcke mit insgesamt 32 Filmen über die vier Tage vom 24. bis 27. November verteilt auf dem Programm. Eröffnet wird das 19. Festival des Ruhrgebiets um 18.30 Uhr mit einem Sektempfang im Endstation Kino in Bochum-Langendreer. Beiträge u.a. aus Köln und Essen zeigen Impressionen und Momente von Stadt und Menschen. Während die Dokumentation „Opel“ Vision und Perspektive junger Bochumer Auszubildender festhält, vermittelt Kerstin Grambergs „Nekropolis“ in s/w-Bildern das Crescendo und Decrescendo der Stadt an sich. In Buenos Aires dagegen träumt ein kleines Mädchen, das als „Cartonera“ (inoffizielle Kartonsammlerin, d. Red.) hart arbeitet, den großen Traum von einer Stadt der Kinder und der Geborgenheit. Abwechslungsreich, mit verschiedenen Medien und Blickrichtungen, führt das Festival den Zuschauer weiter: „Hut“ erzählt das Ende einer Tradition, das Aus eines Ladens für schöne Kopfbedeckungen. Fritz Gnads Installation „Euforia“ demonstriert Nähe und Distanz in einer ziellosen sozialen Masse ohne Kontur. Und in Irfan Akcadags Doku „Glück“ freut sich ein Vater, der gegenüber der Integration gemischte Gefühle hatte, über das Medizinstudium seiner Tochter. Am Samstag lädt Blicke zu einem Ausflug in das Museum Folkwang ein. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Videokunst, wie sich das bewegte Bild und das doch oft als statisch empfundene Museum annäherten. Nach weiteren Beiträgen am Abend klingt die Nacht mit den erwähnten Super 8-Filmen in gemütlicher Runde aus.

Am nächsten und letzten Tag des Festivals werden drei Langfilme präsentiert: „Scheich Ibrahim – Bruder Jihad“ porträtiert zwei religiös verankerte Menschen in Syrien, ihre Differenz im Glauben, aber auch ihre tiefe Freundschaft. Der „Phoenix in der Asche“ führt wieder zurück vor die Haustür. Jens Pfeifer drehte einen packenden Film über die desillusionierte Mannschaft „Phoenix Hagen“, die nicht an die Erfolge von „Brandt Hagen“ anknüpfen konnte (s. trailer Filmkritik). Mit dem letzten Film „Die Vorstadtkrokodile“ kommt Regisseur Christian Ditter für ein Filmgespräch zu Besuch. Den Höhepunkt des Abends stellt aber die Verleihung der Preise dar, die die Jury an außergewöhnlich kreative und bemerkenswerte Beiträge vergibt.

LISA MERTENS

Festival.

Das starke Dokument
Die 58. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen – Festival 05/12

NRW schizophren
Ein Resümee über den NRW-Wettbewerb bei den Oberhausener Kurzfilmtagen - Festival 05/12

Eine Nacht in Dortmund
Frauenfilmfestival und Meisterschaft – Festival 04/12

Clipästhetik made in Germany
Was nach Viva und Co. kam – Festival 05/12

Moderne Zeiten
Ein Rückblick auf den MuVi International bei den Oberhausener Kurzfilmtagen - Festival 05/12

Darth Vader im Ruhrgebiet
Movie days in Mülheim – Festival 02/12

Ehren-Bär für Meryl Streep
Auszeichnung mit unerwarteten Geschenken - Festival 02/12

Wenn Teddys sich unter Bären mischen
Die 26. Verleihung der Teddy Awards in Berlin – Festival 02/12

Die Wahl der Kritiker
Der „Preis der Deutschen Filmkritik“ 2011 – Festival 02/12

Überraschungssieg für Taviani-Brüder
Paolo und Vittorio Taviani, die Urgesteine des italienischen Films, gewannen mit ihrem in schwarz-weiß gedrehten Film "Caesar must die" den Goldenen Bären - Festival 02/12

Lektionen in Demut
„Dichter und Kämpfer“, Berlinale-Premiere einer Poetry Slam-Dokumentation – Festival 02/12

Bewaffnete Widerstände
Isabelle Huppert und Clive Owen im Berlinale-Wettbewerb - Festival 02/12

Vergangenheitsbewältigung
Angelina Jolie und Christian Petzold in Berlin

9/11 und die Kinder
Stephen Daldry auf der Berlinale

Auftakt im Zeichen der Revolutionen
Der Wettbewerb um den Goldenen Bären verbindet Glamour mit engagiertem Kino - Festival 02/12

Kalte Nächte - heiße Filme
Die 62. Berliner Filmfestspiele - Festival 02/12

Geadelte Blicke
Beim 19. Blicke aus dem Ruhrgebiet-Festival wurden sieben Filme ausgezeichnet – Festival 11/12

Jeder Schuss ein Treffer?
Zum 45. Mal fanden die Hofer Filmtage statt – Festival 11/12

Filme aus dem Hohen Norden
53. Nordische Filmtage in Lübeck – Festival 11/11

Keine Pralinenschachtel
Das 22. Filmfest Lünen hielt, was es versprochen hatte – Festival 11/11

Realität x 2 = Kontrolle
Ein Donnerstag mit vielen Perspektiven in Duisburg – Festival 11/11

Visuelles Eintauchen
35. Duisburger Filmwoche – Festival 11/11

Schön schaurig
Das 9. Bottroper „Weekend of Horrors“ im Saalbau – Festival 11/11

Blühende Landschaften
Das Kinofest Lünen feiert zum 22. Mal den Deutschen Film – Festival 11/11

Der neue Materialismus
Viele „Stoffe“ vom 7.-13.11. bei der Duisburger Dokumentarfilmwoche – Festival 11/11

Von politisch bis poetisch
Martin Wolkner präsentiert Ende Oktober zum ersten Mal das Filmfestival homochrom – Festival 10/11

Homo Cinema
Schwul-LesBisches Kino: Das erste homochrom-Filmfest in Köln und Dortmund – Festival 10/11

So gut wie lange nicht
68. Filmfestspiele in Venedig - Festival 09/11

Especially forgotten junk
Zum 13. Mal wird es wieder „besonders wertlos“ - Festival 10/11