Noch in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Karneval verteufelt: „Christen bleiben am Rosenmontag zu Hause, oder sie verlassen die Stadt“, hieß es damals kategorisch.
Neues Jahr, neues Glück: Ins Ruhrgebiet zieht es alle Entertainer, die sich ein Publikum wünschen, das mehr will, als sich auf die Schenkel zu klatschen und laut loszukreischen, wenn der Künstler die Bühne betritt.
Sie wissen nicht, wie man erotisch frohlockt? Kein Problem. Es gibt jemanden, der es ihnen zeigen kann: Lioba Albus, die Erfinderin der Dominasteine und selbsternannte Fachfrau für Selbstgebackenes, kennt sich aus mit vorweihnachtlichen Kollateralschäden.
Die spannendste Frage in diesem Monat lautet: Wer wird demnächst als „Tegtmeiers Erbe“ auftreten? Zum 8. Mal wird sowohl der Jury- als auch der Publikumspreis verliehen, der seit 1997 alle zwei Jahre ausgelobt wird und mit jeweils 4.000 Euro dotiert ist.
Er kann brüllen, dass es einem die Sprache verschlägt: Holger Müller alias Ausbilder Schmidt zieht seit zehn Jahren im olivgrünen Tarnanzug und rotem Barett durch die Lande und macht sein Publikum zu Rekruten, denen er deutsche Disziplin vorexerziert.
Sie haben sich gesucht und gefunden – auf der Bühne und im Leben: der neuseeländische Comedian John Hudson und die mit allen kabarettistischen Wassern gewaschene Sonja Kling.
Treffen sich vier Frauen beim Frauenarzt ... Kein Witz, so fängt nämlich das unter der Regie von Gerburg Jahnke entstandene Stück namens „Sehnsucht“ an. Man könnte auch Liederabend dazu sagen, oder Musik-Kabarett, oder vertontes Lustspiel, oder oder oder…
Vorweg eine Warnung: „Wenn Sie im Ruhrgebiet jemanden sprachlich verbessern wollen, ziehen Sie sich warm an“. Das schreibt einer, der es wissen muss: der Bochumer Komödiant Hennes Bender.
„Jupp, du bis mich einen!“ sagt Omma gerne. Doktor Stratmann hat die Sprechblasen geschrieben, die in einem von Christina Groth-Lindenberg liebevoll und gekonnt illustriertem Buch zu bewundern sind. „Pilz inne Buxe“ heißt der „heitere medizinische Comic“, der mehr über die Ruhrgebiets-Mentalität verrät als manche kluge Abhandlung.
Ein langer schmaler Tisch dominiert die Bühne, an der die geladenen Gäste Platz nehmen werden: Leonardo da Vincis „Abendmahl“ stand Pate bei der Kulisse, in der Mathias Richling den „Richling Code“ entschlüsselt.
Den Hass-Kasper mit der Glatze mag niemand. Dabei sieht er eigentlich ganz niedlich aus mit seiner langen Nase und den kugelrunden Augen. Sein Auftritt in „KasperPop“, dem neuen Programm von René Marik, mit dem er am 16. April in der Emscher-Lippe-Halle in Gelsenkirchen gastiert, ist allerdings nicht abendfüllend, fristet er seine Existenz doch weitgehend am Rande des Geschehens.
Was unterscheidet einen witzigen Heimathirsch aus Südtirol von
einem aus dem Ruhrgebiet? Die Antwort: Konrad Beikircher nennt
sein Programm „Schön ist es auch anderswo“, Frank Goosen dagegen
sagt es mit den Worten seines Oppas: „Woanders is auch scheiße“.
Wer auf Nummer Sicher gehen will, tourt vor seiner offiziellen Premiere durch die Lande, testet die Publikumsreaktionen und feilt hinterher an den Pointen. Einen hohen Aufmerksamkeitsfaktor erwirbt man sich überdies, indem man sein Gesicht beizeiten in Fernsehkameras hält. Genau das trifft auf Carolin Kebekus zu, deren Ruf als talentierte Nachwuchs-Komödiantin die Erwartungen in schwindelnde Höhen geschraubt hat.
Ob diejenigen, die im gerade vergangenen Kulturhauptstadtjahr 2010 für gute Stimmung gesorgt haben, auch selbst etwas von dem Kuchen abbekommen haben, bleibt die große Frage. Doch wie wir sie kennen, die Kabarettisten und Comedians aus dem Pott: Sie werden‘s verschmerzen. So leicht bringt man die Menschen im Ruhrgebiet nämlich nicht um ihren Humor.
Die Möglichkeit des Sterbens von kranken Kindern und Jugendlichen ist ein oftmals verdrängtes Thema, bei dem sich besonders drastisch Fragen nach dem Warum und Wozu von Leben und Tod stellen.
Leckere Nachtschnitten zum Dessert
Karnevalistische und andere Umtriebe – ein farbenfroher Streifzug – Komikzentrum 02/12
Männliche Problemzonen-Beschwörer
Ü-40 Kabarettisten wissen, wo es in deutschen Landen lang geht – Komikzentrum Ruhr 01/12
Vorweihnachtliche Kollateralschäden
Mit Albus, Ehnert und Schroth durch den Lichterketten-Wahnsinn – Komikzentrum Ruhr 12/11
Bronzekappe für Busse und Priol
Sechs Senkrechtstarter wollen „Tegtmeiers Erbe“ antreten – Komikzentrum Ruhr 11/11
Da gäht där Post ab!
Der Familie Popolski tanzt Polka - Komikzentrum Ruhr 10/11
Glamouröse Ausflüge ins Jenseits
Diverse Bühnen im Revier bieten irdische Läuterungen - Komikzentrum Ruhr 09/11
Die „Sehnsucht“ kann gestillt werden
Rückkehr der erfolgreichen Eigenproduktion im Oberhausener Ebertbad - Komikzentrum Ruhr 08/11
Man spricht „Ruhrhochdeutsch“
Ein Festival und eine Ausstellung im Dortmunder Spiegelzelt - Komikzentrum Ruhr 07/11
Von der Liebe, Kunstfehlern und Giftzähnen
Welterforscher unter sich - Komikzentrum Ruhr 06/11
Parodien und Peinlichkeiten
Richling entschlüsselt Deutschland und Pastewka den Wahnsinn - Komikzentrum Ruhr 05/11
Kaninchen statt Küsse
Beim Puppenspieler René Marik dreht sich alles um Pop und Katastrophen - Komikzentrum Ruhr 04/11
Anleitungen zum Glücklichsein
Wie man den Alltag mit Hirn, Humor und Hintersinn bewältigt - Komikzentrum Ruhr 03/11
Vom Pussyterror zum Ödipuskomplex
Anregende Gigs in Duisburg, Oberhausen und Herne - Komikzentrum Ruhr 02/11
Mit „Pott to go“ in die Session
Beim „Geierabend” lässt der Präsi die Puppen tanzen - Komikzentrum Ruhr 01/11
„Es geht nicht darum, zehn Leute auf die Bühne zu stellen, die einfach mal aus ihrem Leben erzählen“
Barbara Wachendorff und Felix Mannheim über „Elefant im Raum“ – Premiere 02/12
Die nicht ganz normale Wut
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Befehlen und Gehorchen
„Es brennt“ im Theater an der Ruhr Mülheim - Theater an der Ruhr 02/12
„Es geht um Machos, aber auch um Frauen, die das Sagen haben“
Aalto-Ballettchef Ben Van Cauwenbergh hat drei internationale Top-Choreografen für ein Triple-Feature nach Essen geladen – Premiere 01/12
Total Gendertrouble
„Was ihr wollt“ am Schauspielhaus Bochum – Theater an der Ruhr 02/12
Wenn es auffällig provokant ist, dann akzeptiert man es bis heute nicht
Barbara Hauck inszeniert ihre Theaterversion von Kaurismäkis Film „Das Leben der Bohème“ in Bochum – Premiere 12/11
Mit Axt und abgespreiztem Finger
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Sturm und Drang
„Die Durstigen“ im Prinz-Regent-Theater – Theater an der Ruhr 02/12
„Ich möchte, dass viele gute Dinge in meinem Brötchen drin sind“
Dirk Laucke macht aus seiner Performance „Angst und Abscheu in der BRD“ einen politischen Theaterabend – Premiere 11/11
Spaß gegen Rezalismus
„Der Gott des Gemetzels“ in Dortmund – Theater Ruhr 02/12
„Wahnsinn im Ruhrgebiet geht weiter“
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Der Silbertaler fürs Theater
Die interessantesten Weihnachtsstücke für Kinder – Theater demnächst 12/11
Links vom Lagerfeld
H. Schmidt-Rahmer inszeniert am Grillo – Theater Ruhr 02/12
„Es ist niemand getötet worden“
Ein Spruch an einer Bochumer Kirche sorgt für hitzige Diskussionen: Pfarrer Wessel und seine Frau im Gespräch - Premiere 09/11
Der Düwel im Advent
Der schwarze Reiter und das neue Musiktheater – Theater demnächst 11/11
Ungewolltes Wollen
„Das Verbrechen“ in Mülheim – Theater Ruhr 02/12
Der Apparat kostet das Geld und nicht die Kunst
Der Intendant des Bochumer Schauspielhauses über Sparzwänge, den neuen Spielplan und Urlaubsbedarf - Premiere 08/11
Reise durch den Stillstand
Dreimal Elfriede Jelinek - Theater demnächst 10/11
Groß ist Kleinigkeit
David Bösch inszeniert in Bochum Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ in einer eigenen Fassung – Theater an der Ruhr 02/12
"Wir machen keine Beamer-Shows"
Schauspiel im Rohformat. Vor genau zwei Jahren begann die Ära des kleinen Rottstr5 Theaters in Bochum - Premiere 07/11
Draußen vor der europäischen Tür
Das Theater Oberhausen macht sich ein paar „Schöne Tage“ – Theater an der Ruhr 02/12
Rouladen an Wäscheleine
Ibsens „Wildente“ geht baden
„Die freie Szene hat sich lange genug um sich selber gedreht“
Impulse 2011. NRW wird wieder zum internationalen Zentrum des Freien Theaters - Premiere 06/11
Leben im Spital
A. Weber inszeniert Srbljanovićs neues Stück – Theater Ruhr 01/12
„Ich glaube nicht, dass wir schon am Ende sind“
Christian Tombeil hat beim Intendantenreigen im Ruhrgebiet wohl den schwierigsten Posten übernommen
„Das ist wie backstage. Krieg backstage“
Jonas Fischer inszeniert über Afghanistan im Theater Dortmund - Premiere 05/11