trailer: Herr Einenkel, wie sieht die Zukunft des Autos aus?
Rainer Einenkel: In weiter Zukunft wird das Auto mit anderen, leichteren Materialien gebaut werden, es wird andere Antriebstechniken haben. Mittelfristig wird die Elektromobilität eine Rolle spielen. Die unmittelbare Zukunft des Autos wird aber nach wie vor von Verbrennungsmotoren geprägt sein. Auch hier gibt es noch enorme Einsparungsmöglichkeiten im Verbrauch und im CO2-Ausstoß.
Hat Opel das Thema Ökologie verschlafen?
Opel ist insbesondere mit dem Ampera schon sehr weit. Wenn überhaupt jemand etwas verschlafen hat, dann doch die gesamte Automobilindustrie, weil man schon vor vielen Jahren erkennen konnte, dass bestimmte Ressourcen beschränkt sind. Auch die Probleme mit zersiedelten Landschaften und dem zeitweilig kollabierenden Straßennetz hätte man eher angehen müssen.
Welche Perspektive hat das Opel-Werk in Bochum?
Hier könnte eine Kernzelle für eine völlig neue Autoproduktion entstehen, zum Beispiel auch für Elektroautos. Die vielen technischen Möglichkeiten hier vor Ort und auch die vielen hochqualifizierten Mitarbeiter sprechen für solch einen Weg.
Aber baut der Motorengeneral seine Elektroautos nicht lieber in Fernost oder in den USA?
General Motors wirbt im Moment in der Tat mit dem Chevrolet Volt. Der Volt soll in den USA und auch in Fernost verkauft werden aber auch in Konkurrenz zu dem Opel Ampera auf dem europäischen Markt. Natürlich ist das schon merkwürdig, dass sich ein Autokonzern mit zwei baugleichen Modellen selbst Konkurrenz macht.
Hierzulande baut Opel keine Elektrofahrzeuge?
Bei der Entwicklung sowohl des Opel Ampera wie auch des Chevrolet Volt war maßgeblich das Entwicklungszentrum in Deutschland beteiligt. General Motors engagiert sich sehr in dieser Technologie. Ohne Einbeziehung europäischer Entwicklungszentren und Produktionsstätten, und dazu gehört auch das Werk hier in Bochum, wird GM auf diesem Kontinent nicht bestehen können.
Sie sind im Vorstand von ruhrmobil-E, einem Netzwerk, das Elektromobilität im Ruhrgebiet fördern möchte. Warum?
Früher mussten Betriebsräte und Gewerkschafter eine Verteidigungsrolle übernehmen. Es ging um Lohn, um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Mittlerweile übernehmen wir eine gestaltende Rolle, indem wir uns um die Zukunft eines Autowerks auch Gedanken machen. Durch die schwierige Lage, in der Opel im letzten Jahr war, ergaben sich neue Kontakte. In meinem Büro sitzen inzwischen oft Leute von der Düsseldorfer Landesregierung, auch Wirtschaftsvertreter und Wissenschaftler. Wir diskutieren dann darüber, was hier in Zukunft produziert werden kann.
Sie machen die Hausaufgaben der Betriebsleitung?
Das Problem ist, dass die Betriebsleitungen in den einzelnen Standorten nur eine sehr beschränkte Entscheidungskompetenz haben. Wir sind sehr zentralistisch strukturiert. In meiner Position habe ich mehr Freiheiten, die ich auch nutze. Ich glaube, manchmal ist man von Seiten der Betriebsleitung darüber froh.
Tags: Thema 09/11
Lesen Sie dazu auch:
Spannende Autos
Durch Elektromobilität wird das Leben im Ruhrgebiet schöner - THEMA 09/11
Beim nächsten Wagen mehr Strom wagen
Die Vermarktung von Elektroautos setzt auf Leasing-, Miet- und Garantiemodelle - Thema 09/11
„Wie kommt die Technik zu dem Menschen?“
Markus Palm über neue Mobilitätskonzepte in der InnovationCity Bottrop – Thema 09/11
"Otto und Elektro"
Hybridfahrzeuge lassen sich mittlerweile gut verkaufen - Thema 09/11
Bilder, die unter die Haut gehen
Performance im Rahmen des Kulturfestivals Klopsztanga.Polen-grenzenlos NRW
„Politiker sind Designer unseres Zusammenlebens“
Ein Interview mit Joachim Paul, Spitzenkandidat der Piraten in NRW – Thema 05/12
Es ist schön, hier zu sein
Jugendliche setzen ihren Stadtteil in Szene
Wieder Wahl
Am 13. Mai wird über ein neues Landesparlament abgestimmt - THEMA 05/12
„Auch Impulse nach Berlin senden“
Andreas Meyer-Lauber über die Landtagswahl aus Gewerkschaftssicht - Thema 05/12
„Die Bilanz der jetzigen Landesregierung fällt positiv aus“
Dirk Jansen über die Wahlmöglichkeiten von Umweltschützern - Thema 05/12
Löchrig wie ein Schweizer Käse?
Der Streit um die Gefängnisse in NRW ist Symbolpolitik - Thema 05/12
Studiengebühren – Quo Vadis?
Auch über die Zukunft des gebührenfreien Studiums wird am 13. Mai abgestimmt - Thema 05/12
Smoke on the water
Nichtraucherschutz vs. Raucherschutz – wer hat recht? - THEMA 04/12
„Sie dürfen auch niemandem auf die Nase hauen, nur weil Boxen ihr Hobby ist“
Barbara Steffens über die Novellierung des Nichtraucherschutzgesetzes - Thema 04/12
„Die Illusion verinnerlicht, dass das Rauchen beruhigt“
Anne Nacke zu erfolgreichen Entwöhnungsbehandlungen – Thema 04/12
Inhalier mal mit Gemütlichkeit
Was denkt eine Zigarrenhändlerin über das Rauchverbot? - Thema 04/12
Gute Menschen
Lioba Albus über Nikotin und Moralin - Thema 04/12
Bedachtes Einkaufen
Die Shopping-Mall gehört inzwischen in jedes Zentrum. Ist das gut? - THEMA 03/12
„Die alte Innenstadt hatte nicht genügend Impulse gesetzt“
Frank Pöstges-Pragal über das CentrO und das Zentrum von Oberhausen - Thema 03/12
„Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“
Victoria Esser über das Konzept des Einkaufszentrums Limbecker Platz in Essen - Thema 03/12
Kalt
Kabarettistin Lioba Albus über gewissenhaftes Shoppen in Dortmund - Thema 03/12
Resterampe der Stadtplanung
Ein Factory Outlet Center soll den Duisburger Norden beleben - Thema 03/12
Ist das Revier narrensicher?
Karnevalistisches Treiben gehört hier nicht zu den Grundtugenden – THEMA 02/12
„Der Westfale hingegen muss zum Lachen überredet werden“
Günther Rückert über Karneval und seine Alternativen im Pott – Thema 02/12
„Unsere Politiker sind dünnhäutig geworden“
Peter Sander über den Karneval in Essen und anderswo – Thema 02/12
Tusch-Phobie bei westfälischen Narren
Kabarettistin Lioba Albus betreibt ethnologische Studien – Thema 02/12
Schunkeln oder Tod
Tolle Tage in Duisburg, der rheinischsten Stadt des Ruhrgebiets – Thema 02/12
Die neue Zone an der Ruhr
Zum Jahreswechsel treten neue Bestimmungen gegen Luftverschmutzung in Kraft – THEMA 01/12
Gelbe Engel mit sozialem Gewissen
Der ADAC lehnt die Umweltzone ab – Thema 01/12
Die Wissenschaft hat festgestellt …
Ein kurzer Blick auf die aktuelle Forschungslage zum Thema Feinstaub – Thema 01/12
„Nicht in Hysterie verfallen“
Ulrich Carow zu der Umweltzone aus der Sicht des Regionalverbandes Ruhrgebiet – Thema 01/12
„Keine großen Effekte“
Jürgen Eichel zur Umweltzone aus Sicht des VCD – Thema 01/12
Von Netzen, Fischen und Fischern
Die Märkte für Energie und Telekommunikation sind im Umbruch – THEMA 12/11