
Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott
USA 2016, Laufzeit: 133 Min., FSK 12
Regie: Stuart Hazeldine
Darsteller: Sam Worthington, Octavia Spencer, Tim McGraw
>> www.diehuette-film.de
Gleichnishaftes Drama über Glaube, Schuld und Vergebung
Wachturm Country
„Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ von Stuart Hazeldine
„Dies ist eine fantastische Geschichte, was jedoch nicht bedeutet, sie sei nicht wahr“, schickt man hier voraus. Ein Satz, der nicht nur auf die Romanvorlage von William Paul Young zutrifft, sondern irgendwie ja auch auf die ganze Bibel. Und so bewegt sich dieses christlich geprägte Kino-Gleichnis munter zwischen Fiktion und, sagen wir mal: Wahrhaftigkeit. Erzählt wird die Geschichte des amerikanischen Familienvaters Mack (Sam Worthington, „Avatar“, „Kampf der Titanen“). Als dessen kleine Tochter getötet wird, verliert der Christ seinen Glauben an Gott, darbt grollend in Unruhe und singt in der Kirche nicht mehr mit. Eines verschneiten Morgens liegt ein Brief des Herren persönlich im Briefkasten, der Mack dazu einlädt, den Tatort des Mordes, eine Hütte im Wald, aufzusuchen. Mack lädt die Pistole durch, fährt los und betritt ein entwaffnend wundersames Land, in dem ihn eine propere, farbige Frau (Octavia Spencer, Gott), ein grienender Holzfäller (Avraham Aviv Alush, Sohn) und ein sonniges Blumenmädchen (Sumire, Heiliger Geist) in ihr Haus am See einladen. Der Beginn einer großen Prüfung.
Der Mord an einem unschuldigen Kind – wie kann Gott so etwas zulassen? Diese Frage ist Dreh- und Angelpunkt dieser filmischen Predigt, in der Mack auf den rechten Pfad geführt wird, dabei seinen Gram und die Tendenz, selbst Richter und Gott zu spielen, hinter sich lässt und an deren Ende die große Vergebe steht. Dass Vergebung nicht zuletzt dem Opfer selbst nutzt und Wunden kittet, davon erzählte kürzlich erst die Doku „Die Gabe zu heilen“ – ganz ohne sakralem Hokuspokus. Hier hingegen befinden wir uns mitten drin in Wachturm-Country: Ein paradiesischer Wald Eden, belebt von Anmut und Weisheit, wundheilenden Wundern und verzückten Gutmenschen. Dazu noch eine ordentliche Prise American Spirit samt verklärte Melodien, und fertig ist die Mainstream-Bibelstunde.
Missionieren wird der britische Regisseur Stuart Hazeldine mit diesem ambitionierten Schmachtwerk wohl kaum jemanden. Aber vielleicht ist das auch gar nicht seine Absicht. Vielleicht will er ja bloß verirrten Christen die Bibel erklären. Und so gesehen ist das Drama gar nicht mal so verkehrt, denn wenn alle Christen so christlich leben und handeln würden wie hier, wäre schon so einiges besser bestellt um unseren Planeten. Obwohl...

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