Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27

11.026 Beiträge zu
2.963 Filmen im Forum


Feiert im Oktober sein 100-jähriges Bestehen, das Theater Hagen
Foto: Theater Hagen

Der Hagener Impuls zur Fledermaus

Das Theater am Tor zum Sauerland feiert Jubiläum - Theater demnächst 08/11

Vor hundert Jahren wurde „Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann uraufgeführt. Natürlich in Berlin und nicht in Hagen. Dabei passt das Stück im gequält übertragenen Sinne auf die zeitgenössische Situation der überschuldeten Kommune am „Tor zum Sauerland“. Ihr Städtisches Schauspielhaus wurde am 5. Oktober 1911 eingeweiht, ein Jahrhundert später hat es den kleinsten Etat aller NRW-Bühnen, steht seit Jahren zur Disposition. Es ist ein typisches kulturelles Baby des gehobenen Bürgertums, das es zwar erwachsen werden ließ, nun jedoch dem morphinen Siechtum überlässt. Vielleicht sind die Rettung ja Wanderbühnen, die bereits 1832 hier gastierten oder eben eine Neuauflage der Theater-Aktiengesellschaft von 1909.

Sei es drum. Mit einem Sonderprogramm feiert das Theater in Hagen im Herbst sein hundertjähriges Bestehen. Große Sprünge sind da kaum zu erwarten. In der Festwoche kommt die Münchner Lach- und Schießgesellschaft, findet die „4. Internationale Aids Tanzgala“ statt und man führt das zeitweise verbotene Stück „Ehrensache“ von Lutz Hübner auf. Aber auch eine öffentliche Generalprobe von Loriots Wagner-Version „Der Ring an einem Abend“ verspricht Kurzweil. Kurzweil, das können sie in der Stadt, wo einst Nena, Extrabreit und die Humpe-Schwestern die Schulen unsicher machten, wo einst Schwerindustrie, Bier und Zwieback die Menschen ernährten, aber auch ein gewisser Karl Ernst Osthaus (Bankier und Mäzen) den „Hagener Impuls“ startete und deshalb Bauhaus-Architekten das Folkwang-Museum und eine rudimentär ausgeführte Gartenstadt hinterließen. Irgendwie ist alles weg, das Osthaus-Museum dümpelt, vor zwei Jahren ist das Emil Schumacher Museum eröffnet worden. Auf drei neu erbauten Stockwerken werden die Gemälde, Arbeiten auf Papier, Keramik und Porzellane Emil Schumachers in wechselnden Präsentationen gezeigt.

Zurück zum Kurzweil. Auch außerhalb der Festwoche bietet das Theater Unterhaltungschancen. Ausgerechnet Guildo Horn spielt im Hagener Musical "The Rocky Horror Picture Show" den Riff Raff. Zu sehen ist das erst im Januar und damit zeitgleich mit einer anderen tourenden Show gleichen Inhalts. Interessanter als Timewarp und Lab könnte ein ganz neues Musical werden, das zurzeit noch mit Schülern der Hagener Berufskollegs in Zusammenarbeit mit Theaterprofis entsteht. Auch „Beats" soll im Frühjahr gespielt werden.

Abwarten heißt Tee trinken, nur Kaffeefetischisten sind immer hibbelig. Die Spielzeit in Hagen beginnt im September mit der Premiere von „Die Fledermaus“. Die Inszenierung der Oper ist das Ergebnis einer Hagener Publikumsbefragung. Ein Drittel der Besucher wünschten sich die korkenknallende Operette von Johann Strauß, in der es eigentlich um nichts Wichtiges geht, außer das die feudale Oberschicht mal wieder lustige Beziehungsprobleme hat. Eigentlich sollten einem da sofort die auf Rosen gebetteten Wanderbühnen von 1832 einfallen, aber wie heißt es so schön bei Strauß: „Glücklich ist, wer vergisst“.

Festwoche 100 Jahre Theater Hagen I 5.-9.10. 2011 I Theater Hagen
Infos: 02331 207 32 18

Weitere Texte zum Thema:
Platter Titel, Starke Stücke - Rezension von "drei-mal-tanz"
Beim Therapeuten für Selbstmord-Kandidaten - Rezension von "Gegen die Wand"
Großer Grusel auf der Opernbühne - Rezension von "Ein Maskenball"

PETER ORTMANN

Theater Ruhr.

Augen können nicht denken
Ulrich Greb inszeniert mit „Todesstation“ in Moers einen LSD-Trip durch eine verwaschene Realität - Theater Ruhr 05/12

Blut der Geknechteten
„Der goldene Drache“ im Prinz-Regent-Theater - Theater Ruhr 05/12

Gespenster der Geschichte
Roberto Ciulli inszeniert Handkes „Immer noch Sturm“ - Theater Ruhr 05/12

Sympathy for the devil
„Meister und Margarita“ in Dortmund - Theater Ruhr 05/12

Herr Engels verschwindet
Kammeroper an der Wuppertaler Bühne - Theater Ruhr 05/12

Der Fuchs gewinnt immer
„Volpone“ im Bochumer Schauspielhaus - Theater Ruhr 05/12

Roboter im Sterbezimmer
„Richtig alt, so 45“ im Essener Grillo - Theater Ruhr 05/12

Spiel bis zum Tod
„Wer hat Angst …?“ im Bochumer Rottstr5 - Theater Ruhr 05/12

Die blutigen Ecken der Schachtel
H. Scharpff erarbeitet ein Theaterstück mit Borderlinern - Theater Ruhr 04/12

Ein Kranz für die Revolution
Das Ensemble „Glassbooth“ zeigt mit „Satansbraten“ einen ziemlich unbekannten Fassbinder - Theater Ruhr 04/12

Bügeleisen qualmt
„Tag des Zorns“ im Bochumer Rottstr 5 - Theater Ruhr 04/12

Humor ohne Grenzen
„Eine Enthandung in Spokane“ in Bochum - Theater Ruhr 04/12

Bonjour Tristesse
„Club in der Psychiatrie“ in Bochum - Theater Ruhr 04/12

Banditen im Neonwald
„Die Räuber“ im Bochumer Schauspielhaus - Theater Ruhr 04/12

Nur die Tänzer haben Biss
„Im weißen Rössl“ im MIR - Theater Ruhr 04/12

Jugend war noch nie einfach
„Frühlings Erwachen“ in Oberhausen - Theater Ruhr 04/12

„Kein Plan“ – eine physische und psychische Reise
Duisburger Akzente entdeckt und gestaltet Räume

Aufbruchstimmung
Bis zum 16.3. gastieren Theaterensembles aus ganz Deutschland in Duisburg - Theater Ruhr 03/12

Rappen bis der Arzt kommt
Der „Elefant im Raum“ in Moers – Theater Ruhr 03/12

Schick im Kaspertheater
„Bunbury“ in den Kammerspielen Bochum – Theater Ruhr 03/12

Onkel Bumba aus Kalumba
Comedian Harmonists singen in Hagen – Theater Ruhr 03/12

Ein ungleiches Paar
Antigone von Sophokles in Dortmund – Theater Ruhr 03/12

Das ungefüllte Loch im Hirn
Max Frischs „Graf Öderland“ in Essen – Theater Ruhr 03/12

Linke Nostalgie
„Tango“ im kleinen Wuppertaler Schauspielhaus – Theater Ruhr 03/12

Das extra scharfe Leben auf dem Grillrost
Martin Nimz inszeniert Werner Schwabs „Eskalation ordinär“ im herrlich frittösen Dortmunder Studio - Theater Ruhr 03/12

Occupy Chioggia
Nuran David Calis bearbeitet in Bochum Goldoni – Theater Ruhr 03/12

Befehlen und Gehorchen
„Es brennt“ im Theater an der Ruhr Mülheim - Theater Ruhr 02/12