Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27

11.026 Beiträge zu
2.963 Filmen im Forum


W. Graeff, Mikrobing, 1974, Öl/Lw, 170 x 400 cm, Museum Wiesbaden,
Nachlass W. Graeff, Ursula Graeff-Hirsch

Avantgarde in Deutschland

Werner Graeff und seine Zeitgenossen im Kunstmuseum Mülheim - Ruhrkunst 09/11

Es ist im Kunstmuseum Mülheim die Ausnahme, dass eine Ausstellung das Erdgeschoss und auch das Dachgeschoss bespielt. Im Fall der aktuellen Schau zu Werner Graeff und seinen Künstlerkollegen der Nachkriegsmoderne in Deutschland ist dies sinnvoll. Vorgestellt wird eine herausragende Persönlichkeit des Kulturlebens im Ruhrgebiet, außerdem wird die künstlerisch wechselvolle Zeit im Übergang von den 1950er zu den 1960er Jahren untersucht. Gewürdigt wird aber auch die hauseigene Sammlung. Denn im Wesentlichen aus ihr und aus dem Besitz der Künstler wurde die Schau zusammengestellt. Zwar musste das Kunstmuseum den Nachlass von Werner Graeff aus Mülheim in das Landesmuseum Wiesbaden ziehen lassen. Aber zuvor konnte der Förderkreis noch Werke aus verschiedenen Phasen erwerben, zeitgleich mit einem Konvolut zu Max Burchartz, dem Weggefährten an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen.

Werner Graeff (1901-1978) wird heute dem Bauhaus zugerechnet, obwohl er nur kurz an diesem in Weimar studiert hat. Aktiver ist er als Mitglied der de Stijl-Gruppe, als Fotograf, Fototheoretiker und als Industriedesigner. Es sind die Bezüge zum angewandten Bereich und zur Lehre, die ihn für den Ruf an die Folkwangschule prädestinieren: Dort leitet er 1951 bis 1959 die Klasse für Fotografie. 1970 zieht er von Essen nach Mülheim. Werner Graeff wird heute genauso als Maler gewürdigt, der im Wissen um die Avantgarde einen eigenen Duktus entwickelt hat, wie etliche andere Künstler. Die aktuelle Mülheimer Ausstellung geht dem Umgang mit den Traditionen des Bauhauses und der Konkreten Kunst und der Hinwendung zu freieren Ausdrucksformen nach. Zu beobachten ist die „Aufweichung“ der strengen Farbformen hin zu einer gestischen Formensprache. Zugleich wird der Bildgrund aktiviert, erste Spuren einer informellen Malerei sind sichtbar. Die Ausstellung wendet sich dem auch in der Skulptur zu. Nebenbei entstehen einige kleine Werkschauen, etwa zu Heinz Siepmann und zum Steinbildhauer Rolf Jörres und zu Ursula Hirsch, der Ehefrau von Graeff, die noch heute in Mülheim lebt.

„Das Bauhaus und danach. Werner Graeff und die Nachkriegsmoderne“ I Bis 18.9. I Kunstmuseum Mülheim in der Alten Post I 0208 455 41 71

THOMAS HIRSCH

Tags: Kunstmuseum Mülheim

Lesen Sie dazu auch:

Ortsbestimmungen
Caroline Bayer und Silke Schatz in Mülheim - Ruhrkunst 05/12

Verbotene Meisterwerke
Das Kunstmuseum Mülheim zeigt die deutsch-polnische Ausstellung „Jagd auf die Moderne“ - Ruhrkunst 04/12

Zeitlos schön
Das Kunstmuseum Mülheim zeigt Werner Gilles – Ruhrkunst 12/11

Auf kleinstem Format
Das Kunstmuseum Mülheim stellt frühe und späte Arbeiten von Kurt Rehm aus - Ruhrkunst 09/11

Ruhrkunst.

Museum Folkwang setzt auf Sachlichkeit
Die Ausstellung „Unsere Zeit hat ein neues Formgefühl“ läuft noch bis zum 5.8. – Ruhrkunst 05/12

Das Ganze aus Teilen
Martina Klein im LehmbruckMuseum in Duisburg – Ruhrkunst 05/12

Ortsbestimmungen
Caroline Bayer und Silke Schatz in Mülheim - Ruhrkunst 05/12

Maximale Übersicht
Bochumer Künstler im heimischen Museum - Ruhrkunst 05/12

Das wahre Leben
Kirsten Krüger im Märkischen Museum Witten - Ruhrkunst 05/12

In der Natur draußen
Das Museum Quadrat in Bottrop zeigt die Fotografien von Simone Nieweg - Ruhrkunst 05/12

Bilder vom Menschen
Zehn Maler aus Berlin im Osthaus Museum - Ruhrkunst 04/12

In der Dunkelheit, unter Tage
N. Schrudde im LehmbruckMuseum Duisburg - Ruhrkunst 04/12

Spielerisch genau
Alfonso Hüppi im Kunstverein Paderborn - Kunst 04/12

Vor dem Film der Pinselstrich
Plakatmaler Casaro im Folkwang Museum - Ruhrkunst 04/12

Verbotene Meisterwerke
Das Kunstmuseum Mülheim zeigt die deutsch-polnische Ausstellung „Jagd auf die Moderne“ - Ruhrkunst 04/12

Ein Teil vom Ganzen
Das Museum Folkwang präsentiert seine fotografische Sammlung – Ruhrkunst 03/12

Bilder im Krieg
Anja Niedringhaus in Bochum - Ruhrkunst 03/12

Welt des Nichts
„Abstract confusion“ in Gladbeck - Ruhrkunst 03/12

Raue Seiten des Lebens
Chris Killip im Museum Folkwang in Essen - Ruhrkunst 03/12

Farben der Natur
In der Küppersmühle in Duisburg ist das Werk von Per Kirkeby zu sehen - Ruhrkunst 03/12

Hintergründige Schönheit
Georg Hornemann im LehmbruckMuseum in Duisburg - Ruhrkunst 02/12

Im Dialog mit der Sammlung
Jürgen Meyer stellt im Märkischen Museum Witten aus, leider nur noch für wenige Tage – Ruhrkunst 01/12

Mögliche Beziehung
Emil Schumacher in Hagen – Ruhrkunst 02/12

Entschleunigte Zeit
Das Museum Ostwall im Dortmunder U zeigt eine Werkschau von Alex Katz – Ruhrkunst 02/12

Thema in Variationen
Diango Hernández in Marl – Ruhrkunst 02/12

Fotografie und Licht
Drei Ausstellungen im Kunstmuseum Bochum – Ruhrkunst 01/12

Stilles Land
Ursula Schulz-Dornburg im Kunstmuseum Bochum – Ruhrkunst 01/12

Raumgewinn durch Bewegung
Eine Werkübersicht zu Günter Tollmann in Gelsenkirchen – Ruhrkunst 01/12

Was Natur sein kann
Sammlung der ALTANA Kulturstiftung Hagen – Ruhrkunst 01/12