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Udo Nöger, gleiches, 2010, Mischtechnik, Leinwand, 152 x 254 cm
© Udo Nöger

Malen mit Licht

Auch im Osthaus Museum Hagen: Udo Nöger - Ruhrkunst 10/11

Plötzlich wird Udo Nöger leidenschaftlich, blickt im Kreis herum, hebt die Arme: „Was ist Malerei anderes als Licht. Licht! Licht ist Energie ist Malerei!“ Udo Nöger geht es in seiner Malerei darum, Licht sichtbar zu machen, als Phänomen, in dem alle Form erst Form wird. Zu sehen ist ein Nebeneinander oder eine Zentrierung primärer Spuren in breiten Bahnen oder Kreisformen, die sich als heller Ton von ihrer beige-weißen Umgebung absetzen und eine ungemein malerische Anmutung besitzen.

Die Arbeiten von Udo Nöger bestehen aus mehreren Leinwänden, die in einem Kasten hintereinander gestaffelt sind, wobei Nöger selbst von Tafelbildern spricht. Die erste, äußere Gewebeschicht ist mit Paraffinöl behandelt, so dass sie transparent wird. Die Malhandlungen finden auf ihrer Rückseite oder auf den tieferen Leinwänden statt. Oder bestimmte Formen sind dort ausgeschnitten und dadurch sichtbar. Was wir sehen, ist die Anwesenheit von Licht in einer gelenkten Verdichtung.

Udo Nöger wurde 1961 in Enger/Westfalen geboren, er hat in Bielefeld einige Semester Malerei studiert und ist dann weit gereist, lange war er in die Südsee. Aus der dortigen Erfahrung heraus entstehen auch die Bilder, mit denen er zunächst bekannt wird: eine szenische Malerei, die an die Jungen Wilden anschließt und bewegte Figuren in leuchtender Farbigkeit zeigt. In Hawaii fallen ihm aber auch die Sandkörner im Licht auf, die ein weißes Glitzern der Luft auslösen. Derartige Beobachtungen initiieren einen fundamentalen Wechsel seiner Kunst. Die ersten dieser oft riesigen Bilder entstehen 1997/98, später wird Nöger dafür die Formulierung „Licht als Material“ finden. In Hagen ist nun sein ganzes Werk ausgebreitet, zu sehen sind auch die Zeichnungen, in denen er allein durch Konturierungen abstrakt konkrete Darstellungen schafft. Aber auch die Malereien wagen sich immer wieder in die Andeutung von Gegenständlichkeit hinein. Daneben gibt es die Bilder, auf denen im strahlenden Weiß kaum etwas zu sehen, noch weniger zu erfassen ist: Das sind vielleicht die stärksten Arbeiten.

Udo Nöger – Innere Ferne I bis 6. November im Osthaus Museum in Hagen I www.osthausmuseum.de

THOMAS HIRSCH

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