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07/19 Teures Klima

FRAGEN DER ZEIT
Redaktionsskizze: wie trailer & Co. das jeweils nächste Thema planen für choices/Köln, engels/Wuppertal und trailer/Ruhr
Drei Magazine in NRW – ein THEMA

Thema Teures Klima, Foto: Christopher Ludwig

Der Klimawandel bittet uns richtig zur Kasse. Gut so. Sonst stünde zu befürchten, dass die Anstrengungen dagegen noch kümmerlicher ausfielen als ohnehin. Appelle ans Gewissen und gegen Konsumismus mögen weithin für Heiterkeit sorgen, aber beim Geld hört der Spaß bekanntlich auf. Andererseits macht sich des Zynismus verdächtig, wer die Folgen des Klimawandels begrüßt – wenn auch nur als Tritt in unseren Hintern. Die Folgen wie die Ursachen kosten schließlich nicht bloß Geld: die schlechte Luft, mit der unsere fossile Energiewirtschaft das Klima wandelt, schädigt Lungen; die resultierenden Extremwetter vernichten Existenzen. Der Klimawandel entfacht neue Ressourcenkonflikte und verschärft die bisherigen. Laut wird dem Vertrauen in die Technik das Wort geredet: bessere Technik soll Wandel genug sein. Andere streiten für eine ökologisch-soziale Zukunft, die sich von unserer Gegenwart viel weiter als durch technische Innovationen unterscheiden soll. Vielen scheint all das sehr hochgegriffen. Was können wir schon tun, fragen sie, solange die Politik nicht mitzieht? Überhaupt: Welche Anmaßung, den Wert der eigenen kümmerlichen und vorübergehenden Existenz auf Erden durch Verzichtsübungen zu schmälern. Ungerechtigkeit gehört halt zum Leben, tönt es zwischen den Zeilen, und: gut, dass die Katastrophe nicht zuförderst das eigene Leben trifft. So gerät der Klimawandel vielen zu einer Dauerübung, sich der Verantwortung zu entziehen, fragwürdige Gewohnheiten zu rechtfertigen und um Besitzstände zu fürchten. Immerhin: Den jüngsten Generationen scheint der Geduldsfaden gerissen. Bleibt zu hoffen, das das nicht für ihren Widerstand gegen zukunftsvergessenes Wirtschaften gelten wird.

 

Medienteil EINS: Geld

 

Besteuern, was schadet, aber nicht verboten werden kann, um seinen Verbrauch zu verringern und die Suche nach Alternativen anzuleiten. Klingt logisch und aus vielen Bereichen vertraut. Bedenken gegen eine CO2-Steuer schallen trotzdem laut aus allen Richtungen. Der Wille scheint schwach, von der Schweiz oder Schweden zu lernen. Eine weitere Steuer? Dieses Reizwort scheut die Bundesregierung. Ein verallgemeinertes Emissionshandelssystem, angelehnt an den zaghaften EU-Emissionshandel, entfacht ebenfalls keine Begeisterungsstürme. --- Das könnte so weitergehen, wenn die Politik nicht doch merken würde, dass es nun sehr eng wird: In Aussicht stehen satte Strafzahlungen wegen nicht erreichter Klimaziele; ohnehin horrende wirtschaftliche Schäden durch die Auswirkungen extremer Dürren und Hitzeperioden auf die Landwirtschaft und durch die Verbreitung von Krankheiten (Ein Auszug aus der Detailplanung)

 

Medienteil ZWEI: Technik


Selbstverständlich müssen Wissenschaft und Technik ihre Beiträge zum Klimaschutz leisten, besser heute als morgen. Ideen mit Science-Fiction-Anmutung sind nicht rar: reflektierende Spiegel oder Schwebeteilchen im Weltraum, Kohlendioxid absorbierende Kunstbäume, globale Aufforstung oder risikoarme Atomkraft der nächsten Generation. Mal steht die technische Umsetzung infrage, mal ist der Verbrauch von Landflächen oder anderen Ressourcen unvertretbar hoch, mal sind die Folgen für die Biosphäre unabsehbar. Die Potentiale technischen Klimaschutzes duch Climate oder Geoengineering scheinen limitiert. Gut möglich, dass eher mehr als wenige Lösungen vom Regen in die Traufe führen würden. Sogar im unmöglichen Fall eines umgehenden Stopps aller klimaschädlichen Emmissionen würde sich die globale Durchschnittstemperatur erhöhen um voraussichtlich zwei Grad. Muss es also vornehmlich darum gehen, die Auswirkungen des Klimawandels durch technische Innovationen abzumildern? (Ein Auszug aus der Detailplanung)

 

Medienteil DREI: Mensch


Klimaschutz? Ja, bitte! Aber mit den Konsequenzen leben? Das kann schwer fallen. Manche befürchtete Verzichtsleistung mag sich als persönlicher Gewinn heraustellen, dem nur eingerostete Routine entgegengestand. Trotzdem sind Bedenken weit verbreitet, zu den Verlierern des Klimaschutzes zu gehören. Der Sprit wird teurer im Dienst für das Klima – wie komme ich dann noch zur Arbeit? PKW-Mobilität muss eingeschränkt werden – der ÖPNV kann das aber nicht ausgleichen? Fleischkonsum muss teurer werden – also bleibt er Wohlhabenden vorbehalten? Etc. etc. --- Könnte die Debatte um den Klimawandel auch ihr Gegenteil bewirken? Kein Tag vergeht, ohne Leitartikel, TV-Doku, Expertenrunde – sind wir des vielleicht wichtigsten globalen Themas bald überdrüssig, sodass wir im Zweifel abwinken statt unser eigenes Verhalten infragezustellen? (Ein Auszug aus der Detailplanung)

 

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