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02/18 Ausgeliefert

FRAGEN DER ZEIT
Redaktionsskizze: wie choices & Co. das jeweils nächste Thema planen
für choices/Köln, engels/Wuppertal und trailer/Ruhr
Drei Magazine in NRW – ein THEMA

Foto: Cornelia Wortmann

Demütigungs-Werkzeuge wie Pranger, Schandpfahl und -käfig sind für uns vergangen. Demütigung ist es nicht. Die körperliche Bestrafung ist in den Hintergrund getreten, obwohl noch Zeitgenossen in der Schule nicht nur das Eckenstehen am eigenen Leib erfahren haben sondern auch die Prügelstrafe vor der Klasse. Demütigung wird wie folgt beschrieben: Sie braucht ein Publikum, ist inszeniert, festigt eigene Macht und fremde Ohnmacht, definiert, wer zur Gruppe gehört und wer nicht. Sie ist also keine bloße Beleidigung. Wer gedemütigt wird, muss ertragen, den Blicken der anderen ausgeliefert zu sein – vor einer Öffentlichkeit. Wie gut stehen einer Demokratie ‚Läuterungsmethoden‘, die eine Rückkehr in die Gemeinschaft teils nur unter größten Anstrengungen erlaubt, die zudem leicht zu missbrauchen sind? Wie ist der Gesichtsverlust rückgängig zu machen, der Ruf wieder herzustellen? Die Kirchenbuße tut es jedenfalls nicht mehr. Haben wir vielleicht bessere Aussichten, mit den Folgen der Demütigung umzugehen, da wir uns daran gewöhnen, von unantastbarer Menschenwürde zu sprechen – statt von Ehre, deren Besitz immer in Frage gestelllt werden kann? Und: So offenbar die negativen Seiten der Demütigung sind – Beifall zollt ihr früher oder später wohl jeder einmal, sei es offen oder verhohlen. Müssen wir es einer Gesellschaft ermöglichen, das Verlangen nach Demütigung sozialverträglich auszuleben, privat wie öffentlich?

 

Medienteil EINS: Satirische Demontage


Für Tucholsky war alles klar: Satire darf alles. Kunstfreiheit wandelt dennoch auf einem umstrittenen Pfad. Wo endet Satire, wo beginnt das Persönlichkeitsrecht? Das Vokabular ist zünftig: Zuweilen hallt noch der Eklat um das Erdoğan-Schmähgedicht Jan Böhmermanns nach. Beate Zschäpe wurde in der heute show als „Glatzenmatratze“ betitelt. Kabarettist Urban Priol drückt (professionelle) Verachtung für Politiker, Banker, Konzernchefs oder Pegida aus in anspruchsvollen oder plakativen Schimpfkaskaden. Was bewirkt all das? (Ein Auszug aus der Detailplanung)

Medienteil ZWEI: Mediale Demütigung


Wir reden vom Zeitungspranger und von Hetzkampagnen. Die prominenteste Boulevardzeitung Deutschlands brachte 2015 den „Pranger der Schande“, die Heinrich-Böll-Stiftung erprobte das sog. Online-Lexikon „Agent*in“, das Personen versammelte, von denen es hieß, sie hätten sich hervorgetan durch „Angriffe gegen Feminismus, Gleichstellungspolitik, sexuelle Selbstbestimmung, gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechterforschung“; das tat sie nach eigenen Worten gemäß ihres demokratischen Anliegens. (Ein Auszug aus der Detailplanung)

Medienteil DREI: Auf die Knie – erotische Demütigung


Vom Marquis des Sade leitet sich der Name einer ganzen (Sub)Kultur her: Sadismus. Die sexuellen Ausschweifungen des adligen Schriftstellers sind umrankt von Legenden. Die sinnlichen Romane seiner Epigonen füllen Buchhandlungsregale. Um wirklichkeitsnahe Prosa dürfte es sich weniger handeln, eher um leicht verkäufliche Klischees. (Ein Auszug aus der Detailplanung)

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Downton Abbey