Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26

12.132 Beiträge zu
3.564 Filmen im Forum

Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Geliebter Wassermann

12. Februar 2018

Die Filmstarts der Woche

Was, wenn Jack Arnolds „Der Schrecken vom Amazonas“ die weiße Frau gekriegt hätte? In Guillermo del Toros in den 1960ern angesiedelter Fantasy-Romanze „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“ in einen monströs liebenswerten Wassermann, der in einem Labor gefangen gehalten und für Experimente missbraucht wird. Aus der zarten Annäherung der beiden und dem Versuch der Heldin, ihren Liebsten zu befreien, macht der mexikanische Regisseur („Pans Labyrinth“) ganz großes Gefühlskino, das trotz schwelgerischem Mid-Century-Look aktuellen Biss hat: Del Toro bringt in Form des ungewöhnlichen Liebespaars und seiner Sidekicks (Richard Jenkins als homosexueller Nachbar der Putzfrau und Octavia Spencer als farbige Kollegin) eine Phalanx der „diversity“ gegen den US-Chauvinismus alter Schule in Stellung. Beim Filmfestival in Venedig gab es dafür verdient den Goldenen Löwen. Dazu ist der Film mit sage und schreibe 13 Nominierungen der große Favorit der diesjährigen Oscar-Verleihung.

Der US-Amerikaner John Paul Getty (1892-1976) machte in den 1950er Jahren ein Vermögen im Ölhandel. Im Juli 1973 wird sein 16-jähriger Enkel entführt, der Milliardär aber verweigert die Lösegeldzahlungen. Erst als die Lage dramatisch eskaliert, bewegt sich Getty. Die Geschichte ging seinerzeit um die Welt, Ridley Scott inszeniert sie nun in „Alles Geld der Welt“ für die Leinwand. Im Vorfeld sorgte der Umstand für Wirbel, dass Kevin Spacey, der ursprünglich den alten Getty verkörperte, wegen der Belästigungsvorwürfe aus dem fertigen Film geschnitten wurde. Ridley Scott ersetzte ihn durch Christopher Plummer und ließ die Szenen wenige Wochen vor dem Filmstart kurzfristig nachdrehen. Das Ergebnis überzeugt. Mit wundervollen Dialogen skizziert Scott pointiert das Denken eines gewissenlosen Machtmenschen. Er zeichnet Getty mal wie Gordon Gekko aus „Wall Street“, mal wie Michael Corleone aus „Der Pate“: ein Mann, der sich nur dann großzügig und hilfsbereit gibt, wenn es steuerlich absetzbar ist. „Frei nach wahren Begebenheiten“ inszeniert Scott sein Drama erfahren stilsicher, und seine Darsteller (neben Plummer vor allem Michelle Williams und Mark Wahlberg) überzeugen.

Florence ist Grundschullehrerin. Mit ihrem Sohn lebt sie in einer Wohnung im Schulgebäude und kümmert sich liebevoll um ihre Schüler, vor allem um den vernachlässigten Sacha. Dabei verliert sie ihren eigenen Sohn etwas aus dem Blick, der daraufhin zu seinem Vater ziehen möchte. Florence drohen die stetig wachsenden Herausforderungen als Lehrerin und Mutter allerdings langsam zu entgleiten. Die wunderbare Hauptdarstellerin Sara Forestier („Der Name der Leute“, „Die unerschütterliche Liebe der Suzanne“) trägt Hélène Angels Film „Die Grundschullehrerin“ in fast jeder Minute. Aber auch die jungen Laiendarsteller, allen voran Ghillas Bendjoudi als Sacha, erzählen glaubwürdig von der Bedeutung einer liebevollen und pädagogisch wertvollen schulischen Erziehung. Ein kleiner, sensibler Film zu einem großen Thema.

Außerdem neu in den Ruhr-Kinos: Khaled Kaissars Agentenkrimi „Luna“ mit Lisa Vicari, Ryan Cooglers neues Marvel-Heldenabenteuer „Black Panther“, Lawrence Shers Vater-Sohn-Komödie „Wer ist Daddy?“ und Joya Thoms lebensnaher Kinderfilm „Königin von Niendorf“.

Redaktion trailer-ruhr.de

Neue Kinofilme

The Equalizer 2

News.