
Die Monster Uni
USA 2013, Laufzeit: 100 Min., FSK 0
Regie: Dan Scanlon
>> www.disney.de/filme/monster-uni
Flotte Fortsetzung des Monsterspaßes
Pixel-Muppet-Show
„Die Monster-Uni“ von Dan Scanlon
Der Titel sagt es bereits: Wir sind nicht in der Monster-AG, sondern auf der Uni und damit in der Vorgeschichte zu dem bereits verfilmten Abenteuer der Schrecker Sulley und Mike. Anfangs kennen sich die beiden noch nicht. Beide wollen Schreckologie studieren, Mike ist der beflissene Außenseiter, Sulley das selbstüberschätzte Naturtalent. Rivalisierende Verbindungshäuser auf dem Campus, Parties, Demütigungen, Freundschaft, überall Monster und Zauberei – das alles erinnert in vielerlei Hinsicht an Harry Potter. Und hätte man diesem Film gegen Ende nicht noch einen netten Twist angefügt, wäre das alles inhaltlich auch etwas zu wenig, vor allem für eine Pixar-Produktion, die ja für gewöhnlich in allen Belangen Maßstäbe setzt. Im Prinzip geht es darum, dass Sulley und Mike, aus deren Konkurrenz im Laufe des Films Freundschaft erwächst, mit einer Handvoll Losermonstern bei den Schreckspielern gegen andere Wettbewerber antreten. Dem Gewinnerteam winkt der heiß ersehnte Studienplatz. Die altbekannte, amerikanische Geschichte der Außenseiter, die weniger mit Talent als vielmehr mit Improvisationskunst und vor allem natürlich mit Teamgeist für ihr Ziel kämpfen.
Pädagogisch wertvoll, jedoch ohne Holzhammer, erzählt Regiedebütant Dan Scanlon das quietschbunte Abenteuer, das, und damit kommen wir zu den Stärken, bewährt wundervoll ausgestattet ist, das gefüllt ist mit Details und damit die Vormachtstellung des Pixar-Studios im Animationsfilm bestätigt. Davon zeugt auch der dazugehörige Vorfilm „Der blaue Regenschirm“, in dem sich ein Regenschirm in der abendlichen, verregneten Großstadt verirrt. Die digitalen Bilder darin sind so umwerfend naturalistisch, dass es einem den Atem verschlägt.
Der Hauptfilm dagegen entspricht einer Pixel-Muppet-Show, temporeich, frech und voll gestopft mit zauberhaften Ideen, zurückhaltend skaliert in 3D. Warum das Synchronisationsstudio allerdings bei Werken wie diesen wiederholt auf stimmlich untalentierte Prominente zurückgreift, die irgendwelchen Randfiguren ihre Stimmen schenken, bleibt uns ein Rätsel. Das, was bei „Cars“ mit Michael Schumacher aufstieß, irritiert bei der „Monster Uni“ mit Manuel Neuer. Man merkt sofort, wenn in ein sehr liebevoll und professionell synchronisiertes Projekt derlei unbegabte Stimmen herein platzen. Das ist kein Drama, ist aber vor allem nicht nötig. Denn ansonsten stimmt hier doch eigentlich alles.
(Hartmut Ernst)

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