Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

11.028 Beiträge zu
2.964 Filmen im Forum


Martin Wolkner präsentiert Filmfestival homochrom
Foto: Julia Gründer

Von politisch bis poetisch

Martin Wolkner präsentiert Ende Oktober zum ersten Mal das Filmfestival homochrom – Festival 10/11

Im November steht der zweite Geburtstag der Filmreihe homochrom vor der Tür. In mittlerweile fünf Städten flimmern einmal im Monat schwule Filmhighlights über die Leinwand. Doch bevor homochrom zwei wird geht Organisator Martin Wolkner noch einen Schritt weiter und wagt sich an ein eigenes Festival.

Trailer: Ende Oktober wird zum ersten Mal das Filmfest homochrom in Köln und Dortmund veranstaltet, wie sind Sie auf die Idee gekommen ein solches Festival ins Leben zu rufen?

Im letzten Jahr fiel das schwul-lesbische Filmfestival „Verzaubert“ in Köln überraschend aus, da kam die Presse auf mich zu und fragte: „Du machst doch diese Filmreihe, wenn es mit dem „Verzaubert“ nicht weitergeht, wärst du dann bereit dafür in die Bresche zu springen?“ Ich hatte vorher einige Europapremieren gesehen von Filmen, die ich unbedingt nach Deutschland holen wollte und nach der Frage arbeitete es in mir: kann ich so was machen, wie geht das? Ich habe dann Fördergelder beantragt, habe Absagen bekommen und überlegt, kann ich das auch mit einem kleinen Minibudget machen. Mit viel Überwindung habe ich mich dann dazu durchgerungen es einfach mal zu versuchen.

Woran lag es, dass Sie keine Fördergelder bekommen haben?
Für manche Sachen haben wir uns einfach zu spät beworben. Bei anderen haben wir ohne jede Begründung Absagen bekommen, zum Beispiel von der Filmstiftung NRW. Ich hatte große Hoffnungen darauf gesetzt, weil die Filmstiftung eigentlich auch dafür da ist, die Kinovielfalt in NRW zu stärken und Projekte wie unseres zu unterstützen. Glücklicherweise ist dann kurzfristig das Kulturbüro der Stadt Dortmund eingesprungen und hat uns ein bisschen Geld in einer Kooperation angeboten. Daher kann das Festival jetzt auch in Dortmund stattfinden.

Was können die Besucher vom ersten homochrom Filmfestival erwarten?
Trotz des kleinen Budgets haben wir ein internationales, bunt gemischtes Programm auf die Beine gestellt. Zum Beispiel zeigen wir die Deutschlandpremiere von „Dunno Y“, da gibt es den ersten schwulen Bollywoodkuss zu sehen. Und wir haben die Europapremiere von dem trashigen Transenfilm „Ticked off Trannies with Knives“ im Programm, der überaus amüsant ist und ein bisschen an „Kill Bill“ erinnert. Ich habe dafür gesorgt, dass es ein buntes Programm ist mit schwulen und lesbischen Filmen, die sowohl das junge als auch das ältere Publikum ansprechen. Außerdem werden dotierte Zuschauerpreise vergeben, der lange Chromie, für den besten Langfilm, und der kurze Chromie, für den besten Kurzfilm in der langen Kurzfilmnacht, da können die Besucher dann aktiv mitmachen und abstimmen.

Ein Themenschwerpunkt liegt auf Indien ...
Ja, Indien ist ein Land wo sich gerade sehr viel tut. Bis letztes Jahr gab es dort noch eine 10jährige Haftstrafe für Homosexualität. Im vergangenen Jahr gab es dann diesen ersten schwulen Bollywoodfilmkuss in „Dunno Y“. Im Frühjahr wurde „I am“ veröffentlicht, eine Dokumentation, in der hauptsächlich Frauen in Indien zu ihrer Homosexualität befragt wurden. Ebenfalls aus Indien ist der Kurzfilm „You can`t curry love“. Das ist eine total süße Romanze, die auch ein bisschen versucht aufzuklären, wie die indische Kultur funktioniert. Diese drei Filme geben einen Überblick, wie in anderen Kulturen mit Homosexualität umgegangen wird.

Wie der Name homochrom schon sagt, ist das Festival hauptsächlich für Homosexuelle, ist es denn auch für Heterosexuelle empfehlenswert?
Ja, natürlich. Der Eröffnungsfilm „2 Frogs in the West“ ist eher ein Coming-of-Age-Film. Ich habe ihn als Eröffnungsfilm ausgewählt, um zu zeigen, dass wir ein offenes Festival sind. Filme können generell alle Menschen ansprechen, sie sind ja nicht nur für eine Sexualität gedacht. Auch der Abschlussfilm „La Mission“ von und mit Hollywooddarsteller Benjamin Bratt ist kein ausgesprochen schwuler oder sexueller Film. Er erzählt die Geschichte von einem Latino-Vater, der mit seinem schwulen Sohn nicht zurechtkommt. Da geht es um Identität, Familie und Zusammengehörigkeit.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von homochrom?
Ich hoffe erstmal, dass am Ende des Festivals eine schwarze Null steht und wir dann ein bisschen mehr Fördergelder für das nächste Jahr bekommen. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn die Leute einfach Spaß am Festival und der sonstigen Filmreihe haben.

1. Filmfest homochrom I
21.-23.10. im Filmforum NRW Köln
28.-30.10. in der Schauburg Dortmund

weiter Informationen erhalten Sie unter www.homochrom.de

Julia Gründer

Festival.

Das starke Dokument
Die 58. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen – Festival 05/12

NRW schizophren
Ein Resümee über den NRW-Wettbewerb bei den Oberhausener Kurzfilmtagen - Festival 05/12

Eine Nacht in Dortmund
Frauenfilmfestival und Meisterschaft – Festival 04/12

Clipästhetik made in Germany
Was nach Viva und Co. kam – Festival 05/12

Moderne Zeiten
Ein Rückblick auf den MuVi International bei den Oberhausener Kurzfilmtagen - Festival 05/12

Darth Vader im Ruhrgebiet
Movie days in Mülheim – Festival 02/12

Ehren-Bär für Meryl Streep
Auszeichnung mit unerwarteten Geschenken - Festival 02/12

Wenn Teddys sich unter Bären mischen
Die 26. Verleihung der Teddy Awards in Berlin – Festival 02/12

Die Wahl der Kritiker
Der „Preis der Deutschen Filmkritik“ 2011 – Festival 02/12

Überraschungssieg für Taviani-Brüder
Paolo und Vittorio Taviani, die Urgesteine des italienischen Films, gewannen mit ihrem in schwarz-weiß gedrehten Film "Caesar must die" den Goldenen Bären - Festival 02/12

Lektionen in Demut
„Dichter und Kämpfer“, Berlinale-Premiere einer Poetry Slam-Dokumentation – Festival 02/12

Bewaffnete Widerstände
Isabelle Huppert und Clive Owen im Berlinale-Wettbewerb - Festival 02/12

Vergangenheitsbewältigung
Angelina Jolie und Christian Petzold in Berlin

9/11 und die Kinder
Stephen Daldry auf der Berlinale

Auftakt im Zeichen der Revolutionen
Der Wettbewerb um den Goldenen Bären verbindet Glamour mit engagiertem Kino - Festival 02/12

Kalte Nächte - heiße Filme
Die 62. Berliner Filmfestspiele - Festival 02/12

Geadelte Blicke
Beim 19. Blicke aus dem Ruhrgebiet-Festival wurden sieben Filme ausgezeichnet – Festival 11/12

Jeder Schuss ein Treffer?
Zum 45. Mal fanden die Hofer Filmtage statt – Festival 11/12

Filme aus dem Hohen Norden
53. Nordische Filmtage in Lübeck – Festival 11/11

Keine Pralinenschachtel
Das 22. Filmfest Lünen hielt, was es versprochen hatte – Festival 11/11

Realität x 2 = Kontrolle
Ein Donnerstag mit vielen Perspektiven in Duisburg – Festival 11/11

Visuelles Eintauchen
35. Duisburger Filmwoche – Festival 11/11

Schön schaurig
Das 9. Bottroper „Weekend of Horrors“ im Saalbau – Festival 11/11

Von Städten und Menschen
Das 19. Filmfestival des Ruhrgebiets zeigt Visionen und Träume – Festival 11/11

Blühende Landschaften
Das Kinofest Lünen feiert zum 22. Mal den Deutschen Film – Festival 11/11

Der neue Materialismus
Viele „Stoffe“ vom 7.-13.11. bei der Duisburger Dokumentarfilmwoche – Festival 11/11

Homo Cinema
Schwul-LesBisches Kino: Das erste homochrom-Filmfest in Köln und Dortmund – Festival 10/11

So gut wie lange nicht
68. Filmfestspiele in Venedig - Festival 09/11

Especially forgotten junk
Zum 13. Mal wird es wieder „besonders wertlos“ - Festival 10/11

Quo Vadis, Arthouse-Kino?
Filmkunstmesse in Leipzig - Festival 09/11

"Schelle links, Schelle rechts"
Bud Spencer bekommt eine Retrospektive in Berlin - Festival 08/11

Be afraid of the dark
Zum 25. Mal öffnet das Fantasy Filmfest die Pforte zum abseitigen Film - Festival 08/11