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Vorstellung des Films „Mordakte Hrant Dink“ im Kulturraum „die flora“
Foto: Sebastian Roth

Tod eines Humanisten

30. Mai 2012

Dokumentarfilm „Mordakte Hrant Dink“ in Gelsenkirchen

1954 als Armenier in Anatolien geboren, war Dink eine polarisierende Persönlichkeit, die bei türkischen Nationalisten und der armenischen Diaspora gleichermaßen aneckte. Endgültig politisierte er sich nach dem Militärputsch 1980, gründete die erste türkisch-armenische Wochenzeitung „Agos“ der türkischen Republik und rührte unter anderem an dem größten Tabu türkischer Geschichtsschreibung: dem Genozid an den Armeniern 1915. Die Anerkennung der Deportation und Ermordung von mehr als einer Millionen armenischer Männer, Frauen und Kinder, die die jungtürkische Führung in den Wirren des Ersten Weltkriegs initiierte, um das osmanische Vielvölkerreich in einen genuin türkischen Nationalstaat zu transformieren, wird von der türkischen Regierung bis heute offiziell bestritten, als Kollateralschaden des Krieges abgetan. Dink, der wie Orhan Pamuk und andere Intellektuelle mit Berufung auf den berüchtigten Artikel 301 wegen „Beleidigung der türkischen Nation“ mehrfach vor Gericht gebracht wurde, fasste viele heiße Eisen an und wurde jahrelang bedroht, bevor ihn ein minderjähriger Täter, angeblich aus eigener Motivation, erschoss.

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Maxi Braun

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