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links: Hans-Peter Reichartz / pixelio.de, rechts: Jens Bredehorn / pixelio.de

Still fließen die Millionen

Vielleicht kommt Benedikt XVI. ja mal auf Geschäftsreise - Magenbitter 10/11

Der Papst ist da, und ich bin wech. Vier Tage lang besuchte der deutsche Pontifex seine Heimat, und die liegt in Berlin, Erfurt und im Thüringer Eichsfeld und in Freiburg. Die Bundeshauptstadt hatte ich flugs verlassen, denn auch nur die minimalste Möglichkeit, nur in die Nähe der Dior-Kutte zu gelangen, verursacht bei mir Brechreiz. Eher zum Piepen: Als Gastgeschenk bekam Ratzinger vom Erzbistum Berlin ein Kunstwerk, das an die Opfer des NS-Terrors erinnert. Wer erinnert eigentlich an die tausend kleine Jungen, die unter seinen wechselnden Verantwortlichkeiten von Kirchenmännern missbraucht wurden? Da wäre ein Manneken Pis aus Brüssel doch ein netteres Mitbringsel gewesen als das olle Gefängnisfenster. Und der Machthaber des Vatikan hat Geld, mehr als für die Not in der Welt nötig wäre. Doch dafür bräuchte man Visionen.

Wenn er noch ein paar Jahre durchhält, dann könnte er 2020 auch ins Ruhrgebiet kommen. Hier herrschte bereits 2009 die Vision, ich zitiere: Das Ruhrgebiet hat dann durch seinen grandiosen Transformationsprozess weltweites Interesse ausgelöst und internationale Bekanntheit erlangt. Die Metropole Ruhr ist durch eine entsprechende Entwicklung ihrer Kompetenzen zum international geschätzten Zentrum und Reiseziel für Städte- und Metropolentransformation avanciert. Und noch besser: Durch die international bestaunte und vernetzte Festivallandschaft und die innovative, starke Freie Szene ist die Metropole Ruhr ein Schauplatz und Sprungbrett für Produktionen, die von hier aus häufig ihre Erfolgstour auf die großen Bühnen und Festivals der Welt antreten. Zitat Ende. Auch das ist zum Piepen, und wie die Zeit doch schamlos derartige Ziele in Müll verwandelt. Doch so visionär musste man eben damals sein, damit der Schwindel um die Kultur-Milliönchen nicht auffiel. Aus. Vorbei? Nein – es hört nicht auf: Mit 1,8 Millionen Euro Fördergeldern unterstützen das Land Nordrhein-Westfalen und die EU noch in den nächsten drei Jahren die Weiterentwicklung der touristischen Projekte Destinationsmanagement und Geschäftsreisen. Ich zitiere noch einmal: Ziel ist es, diesen durch die Kulturhauptstadt RUHR.2010 initialisierten Entwicklungsprozess nachhaltig weiterzuführen und die erfolgreiche Markteinführung der Metropole Ruhr als Reiseziel dahingehend auszubauen. Diese Erfahrungswerte sollen auf das Segment Geschäftsreisetourismus übertragen werden. Projektpartner der Ruhr Tourismus GmbH sind dabei starke Partner aus dem Tagungs- und Geschäftsreisebereich wie die Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH, Messegesellschaften und große Städte der Region. Zitat Ende. Na dann mal los. Selbst der Badespaß im Sommer 2011 ist in den Freibädern der Revierparks und Freizeitzentren mit Beteiligung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) ins Wasser gefallen. Nur ein Drittel der sonst üblichen Besucher wollten unter freiem Himmel die Gewässer genießen. Aber keine Sorge: Der Verband will auch 2012 wieder knapp drei Millionen Euro bereitstellen. Schließlich soll die Region irgendwann einmal als eigenständiges Reiseziel wahrgenommen werden und so den Geschäftsreisetourismus mit dem Freizeitsegment verbinden. Quasi erst Ratzinger, dann Radtour. Da bin ich dann sicher in Berlin.

Peter Ortmann

Magenbitter.

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Kunst durch Vorbeischauen
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Jäger der verlorenen Schätze
Endlich wissen, wo es langgeht - Magenbitter 02/11

Uns helfen keine Götter
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Lametta für des Volkes Stimme
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Wasser an den Kanal tragen
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Verbotene Liebe
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