Da kram ich mal in alten Schubladen und dann das. Ein Heftchen merkwürdigen Inhalts, irgendwann mal geliehen, aus unerfindlichen Gründen nie zurückgegeben, und dann auch einfach behalten. Dummerweise ist diese eigentlich schon fast bibliophile Rarität nichts wert, kein Grund also, sich über die Möglichkeit eines Wertzuwachses über die Jahrzehnte und dessen Verteilung Gedanken zu machen.
Wir sind nicht mehr Papst. Oder nur noch mittelbar. Oder nur noch ein bisschen. Jedenfalls ziemlich zurückgezogen. Aber wir mögen diese megazentralistische Ordnung im Vatikan wohl, denn nicht nur dass die Wahl des neuen Chefs der christlichen Päderasten-Versteckorganisation Titelthema der Nachrichten-Organe war.
Der Magenbitter schmeckt bitter. Sei es drum, das wichtigste Gut im Leben ist neben dem Zehn Hektar-Landgut die Gesundheit, also runter damit. Früher war alles besser. Auch in der Landeshauptstadt. Es waren herrliche Zeiten in Düsseldorf. Damals als es noch die NFL Europe gab, als noch Helme im Rheinstadion martialisch aufeinanderprallten und gigantische Feuerlanzen die Gesichter der American Football-Fans erwärmten.
Es schneit. Wilder Wind treibt die kleinen weißen Flocken auseinander, mal hierhin, mal dahin. Gut, jetzt in der Stube hinter der Doppelverglasung zu sitzen und dem sonoren Röhren der Kühlung meines alten Laptops zu lauschen. Draußen huschen Vögel vorbei. Heimische Meisen und die ollen Tauben, die sich auf alles Essbare auf dem Balkon stürzen, es wegpicken und scheinbar zeitgleich verdauen.
Wenn Sie diese Zeilen lesen, haben Sie überlebt. Erstaunlich. Ein ganzes Jahr lang wurden wir mit Weltuntergangsszenarien überschüttet. Nach 5.200 Jahren endet der Maya-Kalender Baktun. Wahrscheinlich hatte vor 5.200 Jahren irgendwer einfach keinen Bock mehr, weiterzuschreiben, und nun machten sich die Esoteriker ins letzte Hemd.
Eine Kausalität des Grauens. Eigentlich wollte ich der sogenannten freien Szene, die de facto im...
Manche Dinge sind einem heilig, andere nur Lieblingsobjekte. So richtig cool sind die eingetrockneten Benzinflecken in Hose, Jacke, Anzug nicht, dennoch möchte ich das silberne Zippo meiner Jugend nicht missen.
Ganz langsam schiebt sich das kleine Wölkchen ganz hinten am Horizont aufs azurblaue Tableau. Möwen setzen sich kreischend auf die Kante zwischen Meer und Land. Träge rolle ich noch einmal um die eigene Achse, beobachte die eigentlich riesigen Vögel, ein Schluck aus der Buddel Süßwasser, ein fauler Sonntag am Stand neigt zäh sich dem Ende entgegen.
Manchmal flattern Werbezettel in den Briefkasten, die eine Welt zeigen, die der Aufgeklärte fast verdrängt hat. Überall geht es um Pimpen, Tunen, Maskerade. Menschen tun einiges, um den eigentlichen Wert eines einfachen Gegenstandes zu verschleiern, zu erhöhen oder wenigstens optisch außergewöhnlich erscheinen zu lassen.
Und es war Sommer das erste Mal im Leben, es war Sommer, das allererste Mal. Scheiß-Wetter, Scheiß-Sommer, Scheiß-Maffay, da hilft auch kein Magenbitter mehr. Saure-Gurken-Zeit zum Ärgern, selbst mitten im Spreewald hat man keine Ruhe mehr.
Ganz langsam und bedächtig fegt ein älterer Herr die Bühne. Nur die Notbeleuchtung weist ihm den Weg zum Unrat.
Vogelgezwitscher, eine leichte Brise, sonniges Maiwetter. Der Balkon wird bereits zum Schrebergarten, der schmale Grat vom leichten Dösen hin zum wohligen Traumland ist schnell überschritten.
Was für eine wunderbare Vorstellung. Schon in der Pause wollte ich das Theater verlassen, endlose Gähnattacken, ungläubige Blicke auf die Uhr, eine Inszenierung, die meine Welt nicht braucht.
Neulich im Supermarkt. Durch übermäßigen Reinigungswahn war mir das Shampoo ausgegangen, und so irrte ich durch die Gänge mit Tonnagen an Hundefutter und Katzenstreu,...
Eisiges Land, schönes Land. Dick Vermummte, die keine Körper-Proportion mehr erahnen lassen. Da schweifen die Gedanken doch augenblicklich in wärmere Gefilde, an weiße Strände und grünes Meer, wo wohlgeformte Körper ausgiebig dem Hautkrebs frönen.
Das Zahngold der Kultur
Nazi-Raubkunst – ein heikles Thema? – Magenbitter 05/13
Neuer Ansatz Planwirtschaft
Hat Zentralismus in NRW Zukunft? – Magenbitter 04/13
Ringen um Kultur
Der Hades bebt. Olympia wird zur Unkultur – Magenbitter 03/13
Neues aus Zombieland
Es trügt die Wahrnehmung und glänzt der Selbstbetrug – Magenbitter 02/13
Es wird kein frohes neues Jahr
Die Zeit schreitet lachend über uns hinweg – Magenbitter 01/13
Die Seilschaften der Kulturvernichtung
Arbeitsplatzbeschaffung statt Kulturförderung – Magenbitter 12/12
Dat Ruhrgebiet sein Kondom
So sind wir: eine Hülle ohne tragendes Gerüst – Magenbitter 11/12
Ruhe vor dem Sturm
Die kulturpolitische Hängepartie – Magenbitter 10/12
Der Scheinriese wird entlarvt
Kultur-Metropole Ruhr nur Mittelmaß – Magenbitter 09/12
Mitten im Spreewald
Über die Saure-Gurken Zeit – Magenbitter 08/12
Moers zurück im Diluvium
Eine Stadt am kulturellen Abgrund - Magenbitter 07/12
Goofy for president
Meine Landtags-Wahl in NRW - Magenbitter 06/12
Vergessen wir uns doch einfach
Das Gezerre um die Kulturmittel nimmt bizarre Formen an - Magenbitter 05/12
Shampoo für die Qual
Bald müssen wir wieder zum Kreuze kriechen - Magenbitter 04/12
Die Plastiktüte im Körper
Einfach shoppen, wenn das Implantat mal platzt - Magenbitter 03/12
Halbwahr wahrscheinlichert
Unsicherheit statt Notwendigkeiten – Magenbitter 02/12
Gott Bolon Yokte kommt
Nur noch ein paar hundert Tage – Magenbitter 01/12
Der Fleck muss weg
Reinigung als performative Aktion – Magenbitter 12/11
Wege aus der Erinnerungskultur
Skulpturen: Erst Schuhe putzen, dann ärgern – Magenbitter 11/11
Still fließen die Millionen
Vielleicht kommt Benedikt XVI. ja mal auf Geschäftsreise - Magenbitter 10/11
Butterstulle statt Gefiedel
Jedem Kind ein Instrument … oder lieber doch nicht? – Magenbitter 09/11
Die Feder vom Vogel Greif
Warum die Leber der Kultur so schmackhaft ist - Magenbitter 08/11
Der heilige Geist der Materie
Am besten ist das wo nix dran oder drin ist - Magenbitter 07/11
Die Rache der Zwerge
Die „Haldensaga“ mit 12.000 Menschen - Magenbitter 06/11
Einstürzende Erinnerung
Wie im Ruhrgebiet mit Kunst umgegangen wird - Magenbitter 05/11
Kunst durch Vorbeischauen
Dämonen sind schlau. Viele Reize, wenig Tatsachen - Magenbitter 04/11
Kulturfeudalismus und Aschermittwoch
Warum der Teufel immer auf den größten Haufen scheißen soll - Magenbitter 03/11
Jäger der verlorenen Schätze
Endlich wissen, wo es langgeht - Magenbitter 02/11
Uns helfen keine Götter
Magenbitter 01/11
Lametta für des Volkes Stimme
Dystopische Gedanken zum Jahresausklang - Magenbitter 12/10
Wasser an den Kanal tragen
Leben im Ruhrgebiet kann auch mal schwierig sein - Magenbitter 10/10
Die ausgetretene Kultur
Im Asphaltdschungel der Normalität - Magenbitter 08/10
Mit Flammenschwert und Lederball
Anti-Kulturbewegungen während der Fussball-WM - Magenbitter 07/10
Stromrechnung auf dem See
Energiekonzern als Kunstmäzen - Magenbitter 06/10
Gewalt bleibt keine Lösung
Problem Kulturvermittlung im Ruhrgebiet - Magenbitter 05/10
Knast als letzte Hoffnung
Magenbitter 04/10
Rubbelt euch arm
Spielsucht muss jetzt Kulturhauptstadt finanzieren - Magenbitter 03/10
Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen
Magenbitter 02/10
Verbotene Liebe
Das Kulturhauptstadtjahr wird wohl eine Seifenoper - Magenbitter 01/10
Die Propaganda-Edeltanne
Weihnacht in Zeiten der Kulturmafia - Magenbitter 12/09
Schein und Sein
Auch professionelles Gaukeln will gelernt sein - Magenbitter 11/09
Workshop statt Normalität
Nachdem der Krieg der Kulturen nicht stattfindet, trottet alles wie gehabt - Magenbitter 10/09
Kunst als reine Absichtserkärung
Wenn das Sendungsbedürfnis grösser ist als die Menge der Inhalte - Magenbitter 09/09
Eine Göttin zürnt
Die Vorzüge eines kulturvollen Lebenswandels - Magenbitter 08/09
Dimensionswechsel
Ein Trugbild wird zur Realität - Magenbitter 07/09
Reduziert auf vier Buchstaben
2010-Macher haben viel zu viel Spielgeld - Magenbitter 06/09
Wir brauchen mehr Kunst
NRW-Theater brauchen nicht mehr Geld - Magenbitter 05/09
Düngemittelmangel
Das Gesetz der Schwächeren - Magenbitter 04/09