Die ehemaligen Dronerocker Earth um Dylan Carlson machen inzwischen leichter bekömmliche Americana in Slow-Motion. Dazu spielen Sabbath Assembly Stücke der Process Church of Final Judgement aus den 60er Jahren nach. Könnte eine Art Gottesdienst werden (4.5., 20 Uhr, Gebäude 9). Nicholas Krgovich von den No Kids aus Kanada gibt in Köln sein einziges Europakonzert. Finanziell kann sich das für niemanden lohnen, der muss hier auf Urlaub sein. Akustisch liegt der Mehrwert jedoch auf der Hand: sein zitatenreicher, luftiger Kunstpop mit Kopfstimme ist absolut erhebend (7.5., 21 Uhr, King Georg). Mit tiefem Timbre intoniert Bill Callahan, der seit ein paar Jahren nicht mehr als Smog, sondern unter bürgerlichem Namen auftritt, seinen Alternative Country, der inzwischen nicht mehr so düster klingt wie sein früheres Werk und auch Streicher einarbeitet (12.5., 20.30 Uhr, Stadtgarten). 13 & God, das Projekt der Indie-Rocker The Notwist und der Leftfield-Hip-Hopper Themselves stellt deren zweite Zusammenarbeit live vor. Vor allem Rapper Dose One ist auf der Bühne immer für eine Überraschung gut (17.5., 20 Uhr, Gebäude 9). Die O'Deaths sind angetreten, das Erbe der Violent Femmes anzutreten. Die Mischung aus Indie-Rock und Country boomt zur Zeit, heute nennt man das aber Gothic Country oder ähnlich. Mit Fidel und Banjo suchen sie den düsteren Kern des nordamerikanischen Folk (18.5., 20.30, Studio 672).
L'Orchidée d'Hawai ist eine französische Gruppe, die mit Indie-Rock Background- Weltmusik macht. Arabische bis afrikanische Sounds hört man bei ihren enthusiastischen Auftritten in kleinen Clubs – noch ein Geheimtipp (18.5., 21 Uhr, King Georg).Electronic Beats fahren dieses Jahr als Headliner Animal Collective auf, deren Erfolgsgeschichte in Angesicht ihres dekonstruierten Beach Boys Sounds erstaunlich ist. Davor gibt es die französischen Weichzeichner Nouvelle Vague, die One-Woman-Show Planningtorock, Electropop von Holy Ghost und Special Guests (19.5., 20.30 Uhr, E-Werk). Mit seinem letzten Album „The Outsider“ hat Turntablist-Pionier DJ Shadow seine Fans ziemlich verprellt. Belangloser Hip Hop paarte sich mit popigem Nichts. Mal sehen, ob er sie mit einer guten Show an den Decks wiedergewinnen kann (21.5., 20 Uhr, Live Music Hall). Legende Van Dyke Parks kommt zum einzigen Konzert in Deutschland nach Köln. Der Produzent des mysteriösen „Smile“-Albums der Beach Boys und hunderter weiterer Klassiker – zuletzt hat er mit Joanna Newsom gearbeitet – gibt zusammen mit Claire & the Reasons seinen klassizistischen Pop zum Besten – inklusive Streichquartett (23.5., 20.30 Uhr, Stadtgarten).
Group Doueh aus der Westsahara klingen ähnlich rauh wie Konono No.1. Liebhaber gefälligerer Woldmusic werden bei diesem Abend der Reihe „Reconstructiong Song“ nicht auf ihre Kosten kommen. Stattdessen kommt hier die E-Gitarre gerahmt von mehrstimmigen Gesängen zu tribalistischen Ehren (26.5., 20.30 Uhr, Stadtgarten). Zum einjährigen Bestehen hat der Club Bahnhof Ehrenfeld nicht nur seinen Biergarten komplett umgestaltet, sondern auch niemand geringeres als die Downbeat-Koryphäe Nightmares on Wax eingeladen. Herzlichen Glückwunsch (27.5., 23 Uhr, Club Bahnhof Ehrenfeld). Im Juni wartet dann schon das Kölner Großereignis c/o-pop auf die Konzertgänger. Das Festival wurde auf den 22. bis 26. Juni vorverlegt. Angekündigt sind bislang Owen Palett (ex Final Fantasy), Andreas Dorau, Kreidler, Paul Kalkbrenner, WhoMadeWho u.v.a.
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