Die spannendste Frage in diesem Monat lautet: Wer wird demnächst als „Tegtmeiers Erbe“ auftreten? Zum 8. Mal wird sowohl der Jury- als auch der Publikumspreis verliehen, der seit 1997 alle zwei Jahre ausgelobt wird und mit jeweils 4.000 Euro dotiert ist. – Für die Stadt Herne, die Jürgen von Manger zu seiner Wahlheimat auserkoren hat, ein Ereignis. Und obwohl der Kabarettist und Schauspieler bereits 1994 gestorben ist, kennt ihn immer noch jedes Kind in der Region. Unverwechselbar, wie er war, mit seinem Käppi, dem Schnäuzer und der hochgezogenen rechten Augenbraue gilt der 1923 in Koblenz geborene Erfinder der Kultfigur Adolf Tegtmeier als echtes Ruhrgebiets-Original. „Also ährlich – Tegtmeier sacht, wie't is“, so der Titel einer seiner zahllosen Sketche, in denen von Manger dem trockenen Witz des „kleinen Mannes“ ein Denkmal gesetzt hat, an dem keiner vorbeikommt.
Unter 40 Kandidaten musste das Auswahlgremium sechs geeignete Kandidaten für den vier Tage andauernden Wettbewerb aussuchen. Anka Zink ist mal wieder die einzige Frau unter den vielversprechenden Größen der Kleinkunst, die im Fritz-Henßler-Haus (Dortmund) am 16.11., im Bahnhof Langendreer (Bochum) am 17.11., im Ebertbad (Oberhausen) am 18.11. und schließlich beim Finale am 19.11. im frisch renovierten Kulturzentrum Herne gegeneinander antreten, wobei die Veranstaltung weiterhin vom bewährten Team der Flottmann-Hallen organisiert wird. Neben Zink, der Grande Dame des Kabaretts, werden sich Senkrecht-Starter wie Sebastian Pufpaff, René Steinberg, Matthias Reuter, Gunzi Heil und David Werker ins Zeug legen, um sowohl das Publikum als auch eine Jury von ihren komödiantischen Qualitäten zu überzeugen.
Und ja, Sebastian Pufpaff heißt wirklich so, genauer: Malte Sebastian Pufpaff, 1976 in Troisdorf geboren, hat vor seinem Sprung ins Humor-Gewerbe Soziologie, Politik- und Rechtswissenschaften studiert, war Produktmoderator beim RTL-Shop, hat seinen Zivildienst in einer Schule für Körperbehinderte absolviert, war Kommunikationstrainer, Business-Actor (was auch immer das ist), Regisseur und Mitglied des 2008 gegründeten „Bundeskabarett“. Kurz: Der Mann kennt sich auf den diversen Bühnen des Lebens ziemlich gut aus.
René Steinberg wiederum hat sich seine Sporen als Radiosatiriker beim WDR verdient: Seine Stimme kennt so mancher als „Sarko de Funes“ oder aus dem Wochenrückblick „Zugabe“. Jetzt wird sich zeigen, ob man auch sein Gesicht nicht vergisst. Um die vielfältigen Schrecken des Alltags dreht sich das Programm des Musikkabarettisten Matthias Reuter, der aus dem „oberhausigsten“ Teil des Ruhrgebiets kommt. Er weiß, wie es sich anhört, wenn einer ihn fragt: „Hassu 'n Problem oder wat?“. Vielfalt als Programm hat sich Gunzi Heil aus Karlsruhe auf seine Fahne geschrieben. Der große Blonde ist Liedermacher und Puppenspieler, Satiriker und Musiker. Kurz: ein „Universal-Künstler“, der vor nichts zurückschreckt. Der Jüngste in der Riege heißt David Nikolas Werker, ist 1985 in Duisburg geboren und hat sich einige Jahre später als Siegener Berufsstudent durchs Leben geschlagen. Sein Programm heißt „Morgens 15.30 Uhr in Deutschland“ und handelt vom Alltag eines frustrierten bis amüsierten Studiosus.
Der „Ehren-Tegtmeier“ in Form der 7,5 Kilogramm schweren Tegtmeier-Bronzekappe geht an Urban Priol („Neues aus der Anstalt“), den „Jürgen von Manger-Preis für ein Lebenswerk“ erhält der unvergleichliche Jochen Busse. Beide werden Herne beim Finale mit ihrer Anwesenheit beglücken – und natürlich auch Ihre stets über Tage lebende
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